(24.04.2010/lp)
Bekannterweise herrscht zwischen zwei Brüdern eine gewisse
Rivalität: Das war bei Fabio, unserem Single des Jahres, und
Gianluca nicht anders. Doch den Beiden kam der Urlaub in Barcelona
zu Hilfe.
Wer sie zusammen erlebt (hat), der weiss, dass ihre Bruderliebe
genauso ist, wie sie es euch in ihren persönlichen
"Mein-Bruder-und-Ich"-Texten schildern.
FABIO ÜBER GIANLUCA
Die Beziehung zu meinem 5 Jahre jüngeren Bruder war bis zu
meinem 20. Lebensjahr eine Katastrophe. Es herrschten nur
Streitereien. Als wir aber alleine zu unserem Onkel nach Barcelona
flogen, waren wir voneinander abhängig und somit gaben wir uns
die Mühe, friedliche Ferien miteinander zu verbringen. Wir
hatten es sogar so gut miteinander, dass ich mich bei ihm geoutet
hatte. Er nahm es mit Gelassenheit auf, was mich sehr glücklich
machte, denn ich hatte endlich eine junge Bezugsperson in meiner
Familie gefunden, der ich alles anvertrauen konnte.
Seit diesem Moment verstehen wir uns auch viel besser. Wir
können uns alles erzählen, denn er ist ein guter
Zuhörer. Anfangs war es sicher gewöhnungsbedürftig
für ihn, sich Schwulengeschichten anzuhören, aber
mittlerweile legt er keinen Wert mehr auf meine sexuelle
Ausrichtung. Den ich bin einfach nur sein Bruder und nicht der
Schwule, wie in so manchen Augen.
Sport zu treiben ist eine Leidenschaft von uns. Jeder hat
aber seine eigene Sportart. Basketball ist seine Leidenschaft. Meine
hingegen der Freestyle Tanz in der elektronischen Musik. Wir haben
aber auch eine gemeinsame Leidenschaft: Das Essen. Ein gutes Essen
ist besser als alles andere.
Egal ob wir zusammen in die Stadt gehen, Sport treiben oder
Freunde besuchen, wir verstehen uns endlich nach.. 15 Jahren
Zusammenleben. Seitdem ich in Lausanne lebe, habe ich ihn auch
missen gelernt. Und vor allem: Bin ich stolz, ihn als meinen Bruder
haben zu dürfen.
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GIANLUCA ÜBER FABIO
Unser Umfeld kannte uns nur als "die Zicken".
Unsere Hauptbeschäftigung war es zu streiten. Schläge und
böse Wörter waren Routine. Und dann kamen die Ferien, in
Barcelona. Yeeeah!! Unsere Vorfreude war riesig. Als wir, wie
üblich, am Morgen unsere Bikes nahmen und an den Strand fuhren,
damit wir baden und unsere Körper bräunen konnten, sagte
Fabio auf einmal zu mir, ich dürfe 3 mal raten. Meine ersten
Aussagen waren: Hast Du eine schlimme Krankheit, im Lotto gewonnen
oder ziehst Du aus? Nach einer geraumen Weile, hatte ich es endlich
erraten, nämlich, dass er homosexuell ist.
Im ersten Moment erschrak ich und kam ihm mit einem: Saaay
whaaat?, entgegen. Aber dann sagte ich ihm, dass es mir egal sei,
den er sei ja mein Bruder, mein Ein und Alles. Ich wüsste
nicht, was ich ohne ihn machen würde. Ich wäre verloren
ohne ihn. Denn er hört mir immer zu, hilft mir in jeglichen
Sachen, er steht fest hinter mir und er macht alles für mich.
Seit Barcelona hat sich alles ins Positive geändert.
Ich glaube, dass ihm jetzt alles viel leichter fällt. Er
sagt was er will, ohne dass er aufpassen muss, was er sagt. Er ist
lustig, hübsch und hat immer ein offenes Ohr, und er wird sauer
wenn er Hunger hat. Wir besitzen viele Ähnlichkeiten, aber kleinere
Unterschiede haben wir schon. Die grössten Ähnlichkeiten sind
aber die extrem vielfältige Mimik, und sobald uns etwas nicht
passt, teilen wir dies unserem Gegenüber mit.
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