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CHINA: Razzia in Gay Bar in Shanghai
family image(04.04.11/dom) In der Nacht auf Sonntag sind während einer Razzia in der Gay Bar "Q" in Shanghai mindestens sechzig Gäste verhaftet worden. Sie wurden auf eine Polizeiwache gebracht und dort während Stunden festgehalten und vernommen.

Es war eigentlich eine Partynacht wie jede andere, am Samstagabend in der Bar "Q" direkt am Bund in Shanghai - bis die Polizei mit einem Grossaufgebot Einfuhr und eine Razzia in der Bar durchführte. Zwischen sechzig und siebzig Gäste wurden in der Folge verhaftet und auf die Polizeiwache "Huangpu PSB's Xiaodongmen" gebracht. Laut Augenzeugen waren auch fünf Ausländer in der Bar, doch sie wurden nicht verhaftet, sondern nur chinesische, oder chinesisch aussehende Gäste. Die Angst vor internationalen Protesten war wohl zu gross.

Via ihre Mobiltelefone gelang es einigen der Verhafteten via Twitter auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen. So beschwerte sich etwa Steven Bao, der DJ, der an diesem Abend in der Bar aufgelegt hat, dass die Verhafteten ohne Jacken und richtiger Kleidung in der Kälte stehen gelassen wurden. Die Jacken hätten sie in der Bar zurücklassen müssen. Nachdem sie die Polizeiwache wieder verlassen konnten, berichteten zudem einige der Verhafteten, dass sie während der gesamten Zeit keinen Schluck Wasser und auch nichts zu Essen bekommen haben. Sie seien zuerst rund acht bis neun Stunden alleingelassen worden, bis endlich ein Polizeibeamter aufgekreuzt sei.

Ein weiterer Bar-Besucher berichtete gegenüber dem Portal "Shanghaiist" weiter, dass die Verhafteten in drei Räumen festgehalten wurden: Einer mit etwas über vierzig Personen, ein Zweiter mit rund zwanzig Personen und in einem Dritten wurden fünf oder sechs Angestellte der Bar festgehalten. Es waren zudem überwiegend Männer, welche bei der Razzia verhaftet wurden, nur etwa ein halbes Duzend waren Frauen.

Entgegen früheren Razzien, mussten sich die Verhafteten diesmal nicht nackt ausziehen, und sie mussten auch nicht Urinproben abgeben, welche nach Drogen untersucht worden wären. Allerdings mussten sie ihre persönlichen Angaben, wie auch die ID-Nummern hinterlassen, und sie wurden fotografiert. Zudem wurden sie von den Beamten befragt, wobei sich die meisten Fragen um die Gogo-Boys gedreht hätten, so etwa, ob sie ihre Geschlechtsteile entblöst hätten und ob ihnen Geld in die Unterhosen gesteckt wurde. Auch die Bar selber war im Fokus: So wurden die Verhafteten auch ausgefragt, weshalb sie in die Gay Bar gegangen seien, und wie sie überhaupt auf dieses Lokal aufmerksam wurden. Weshalb die Razzia aber überhaupt stattgefunden hat, ist auch aus diesen Befragungen nicht genau ersichtlich.

Die Razzia von diesem Wochenende ist die Erste seit Jahren. Es war im Jahr 2007 als der damalige Club "Deep" im Jingan Park während einer Halloween Party ebenfalls von der Polizei durchsucht wurde. Einige Partygänger wurden damals ebenfalls festgenommen und wegen Drogendelikten verurteilt.