(27.11.11/dom)
Die Gerüchte scheinen sich zu bewahrheiten: Die
gleichgeschlechtlichen Paare sollen ab Frühling 2012 in Bezug
auf die kirchliche Trauung mit den Hetero-Paaren gleichgestellt
werden. Dazu soll das Eherecht geändert warden.
Bereits vor einigen Wochen gab es erste Anzeichen, dass das
Eherecht in Dänemark dahingehend geändert werden soll, dass
schwullesbische Paare schon bald auch eine reguläre
Trauungszeremonie in der Kirche erhalten können (gay.ch
berichtete). Bislang war für gleichgeschlechtliche Paare nur
eine kurze Segnungszeremonie in der Lutheranischen Kirche
möglich. Die Regierung hat am Mittwoch nun aber mitgeteilt, dass
dies bereits ab Frühling 2012 geändert werden soll. Ein
entsprechendes Gesetz soll im Februar vorgestellt werden. Damit
würde Dänemark mit Ländern wie Island und Schweden gleichziehen,
welche die kirchliche Trauung auch für schwullesbische Paare
geöffnet haben. Um die Kirche jedoch nicht zu verärgern, sollen
die Geistlichen nicht gezwungen werden können, sondern, sie
sollen auch das Recht haben, einem gleichgeschlechtlichen Paar
die kirchliche Trauung zu verweigern, ohne damit Sanktionen
befürchten zu müssen.
Für diese Änderungen verantwortlich ist nicht zuletzt der neue
Minister für kirchliche Angelegenheiten, Manu Sareen, welcher
den Stein ins Rollen gebracht hat. Er freue sich schon wenn das
erste homosexuelle Ehepaar aus der Kirche hinauslaufe. Er werde
dann dort in der ersten Reihe stehen und Reis werfen, versprach
er. Weniger als fünf Prozent aller Dänen gehen heute noch
wöchentlich in die Kirche, aber etwa achtzig Prozent der
Bevölkerung ist immer noch Mitglied der dänischen Kirchen und
bezahlen auch ihre Steuern um sie zu unterstützen. Neben den
Steuern erhalte die Kirche auch noch Geld vom dänischen Staat,
und zwar rund 130 Kronen für jeden einzelnen Bürger, und zwar
egal wessen Religionszugehörigkeit, sexueller Identität usw.
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