(24.10.11/dom)
Das dänische Parlament hat Pläne verraten, wonach im
kommenden Jahr die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare
eingeführt werden soll.
Gleich nach Neujahr soll ein Gesetz vorgestellt werden, mit
welchem die gleichgeschlechtlichen Paare künftig in der Kirche
heiraten können und auch vor dem dänischen Gesetz gleichgestellt
wären. Dänemark hat eine lange Tradition betreffend Rechte für
Schwule und Lesben, so war es der erste Staat der Welt, welcher
ein Partnerschaftsgesetz einführte und den
gleichgeschlechtlichen Paaren damit gewisse Rechte zusprach. Von
der Ehe und von einer kirchlichen Heirat wurden schwullesbische
Paare bislang aber durch das Gesetz immer ausgeschlossen.
Diese Ankündigung machte Manu Sareen von der Partei "Det
Radikale Venstre", oder zu deutsch: der radikalen Linken. Er
gebürtige Inder wurde im aktuellen Kabinett von
Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt zum Minister für
Gleichstellung und Kirche ernannt. Diese Ernennung führte
insbesondere bei den Geistlichen und Konservativen für Proteste.
Ein Schritt, wie ihn Manu Sareen nun ankündigte, war von ihnen
bereits erwartet worden, setzte sich der Politiker schon seit
langem für die Rechte der Schwulen und Lesben ein. So wurde er
auch von der dänischen Schwulen- und Lesbenorganisation in den
Jahren 2003, 2006 und 2007 jeweils zum Politiker des Jahres
gewählt.
Er habe viele Freunde, welche schwul seien und nicht heiraten
können, erklärte Manu Sareen in einem Statement. Diese würden
ihre Partner genau so lieben, wie es auch bei Heterosexuellen
der Fall ist, nur haben sie nicht das Recht gleich zu Leben wie
diese. Das sei sehr problematisch. Heute sei es nicht mehr
vorstellbar keine weiblichen Priesterinnen zu haben, fügte er
hinzu, und genau so werde es einmal mit den
gleichgeschlechtlichen Hochzeiten sein. Er hoffe, dass bereits
im Frühling 2012 die ersten schwullesbischen Paare in den
Kirchen Dänemarks heiraten können.
Verschiedene Priester und Politiker haben bereits ihren
Widerstand angekündigt. So erklärte etwa Henrik Højlund vom
Evangalisch-Lutheranischen Netzwerk, dass viele
fälschlicherweise glauben, dass schwullesbische Hochzeiten nur
der nächste Schritt nach den weiblichen Priesterinnen sei. Doch,
dies habe viel mehr Konsequenzen und sei weit über den Grenzen
für normale Christen. Die Dänen hingegen, dass zeigen Umfragen,
befürworten die Hochzeiten für gleichgeschlechtliche Paare in
der Kirche. Rund 69 Prozent sprachen sich dafür aus. Die Politik
hinkt also in diesem Fall der öffentlichen Haltung hinterher. |