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ISRAEL: Friedliche Gay Pride in Jerusalem
family image(30.07.10/dom) Für eine Parade überraschend ruhig, fand am Donnerstag in Jerusalem die Gay Pride statt. Tausende von schwullesbischen Israeli nahmen an der Demonstration teil - natürlich wiederum begleitet von Gegenprotesten.

Das Datum für die Gay Pride in Jerusalem war nicht per Zufall gewählt worden, denn vor genau einem Jahr fand In Tel Aviv ein Anschlag auf ein schwullesbisches Jugendzentrum statt, bei dem zwei Personen starben (gay.ch berichtete). Im Gedenken an die damaligen Opfer, und auch um für mehr Akzeptanz und Toleranz zu werben, zogen am Donnerstag einige tausend Schwule, Lesben und Transgender durch die Strassen von Jerusalem. Die Route war rund 2.5 Kilometer lang und führte vom Stadtzentrum bis zum Parlamentsgebäude.

Anders als in vergangenen Jahren, hielten sich die Gegendemonstranten zurück. Nur gerade ein paar wenige Duzend in schwarz gekleidete ultra-orthodoxe Juden standen bei Start der Gay Pride und an deren Ende. Während es in der Vergangenheit in Jerusalem oftmals zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam, so blieb es diesmal bei verbalen Auseinandersetzungen.

Dass sich die Gegendemonstranten zurückhielten, liegt wohl auch daran, dass die Organisatoren der Gay Pride die Teilnehmer aufriefen, sich ruhig zu verhalten um auch die streng religiöse Seite Jerusalems zu respektieren. Die politischen Ziele sollen im Mittelpunkt stehen, heisst es seitens der Organisatoren weiter. Doch trotzdem waren tausende, israelische Sicherheitskräfte vor Ort um die Teilnehmer der Parade zu schützen. Zu gut sind die Erinnerungen an 2005, als ein orthodoxer Jude drei Pride-Teilnehmer mit einem Messer erstach. Laut den Veranstaltern sitze der Schock von damals immer noch tief, und es sei mit ein Grund, weshalb immer noch viele Schwule und Lesben zu Hause bleiben.

Viele der Teilnehmer erklärten, dass es Anzeichen gebe, dass sich das Klima in Jerusalem etwas ändern würde. Doch auch wenn es noch gefährlich wäre, so sollte man nicht aufhören seine Anliegen in der Öffentlichkeit zu vertreten, fügte einer hinzu. In einer religiösen Gesellschaft würden viele gar nicht wissen, dass es überhaupt Schwule und Lesben gibt, aus diesem Grund müsse man sichtbar werden…