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RUSSLAND: 17 Schwulenaktivisten festgenommen
family image(02.05.12/dom) Verschiedene Organisationen nutzten die 1. Mai-Feierlichkeiten in St. Petersburg auch, um gegen das neue Gesetz, welches “homosexuelle Propaganda” verbietet, zu demonstrieren. Die Polizei machte jedoch kurzen Prozess und nahm 17 Aktivisten fest.

Am 1. Mai wird in St. Petersburg traditionell ein Marsch für die Freiheit und für die Grundrechte abgehalten – doch diese Rechte gelten offenbar nicht für Schwule, Lesben und Transgender. Eine Gruppe von Schwulenaktivisten schloss sich dem Umzug an um mit Regenbogen auf das neue, äusserst diskriminierende Gesetz gegen die Propaganda von Homosexualität zu demonstrieren. Doch wie bereits angedroht, zeigte sich die Polizei wenig zimperlich und nahm kurzerhand 17 Aktivisten fest.

Obwohl sie sich unter eine offizielle Gruppe mischten, welche sich für die Grundrechte im generellen einsetzte, wurden sie nach bereits weniger als fünf Minuten von der Polizei aufgefordert, die durch das neue Gesetz verbotenen Regenbogenfahnen abzugeben. Als sich die Aktivisten weigerten wurden sie mit Gewalt festgenommen und abgeführt. Sie stehen nun unter Anklage, und zwar nach dem neuen Gesetz, nach welchem sie durch ihre Regenbogenfahnen Werbung für Homosexualität gemacht haben. Ein Aktivist trug zudem ein Plakat mit der Aufschrift, „Homophobie ist illegal“, welches ihm nun zum Verhängnis wurde. Weil alle 17 Aktivisten zudem nicht mit der Polizei kooperierten und gegen deren Aufforderung agierten, wurden sie auch noch deshalb angeklagt.

Unter den Verhafteten befinden sich unter anderem Igor Kochetkov, der Leiter des „Russian LGBT Network“, Mikhail Belodedov von der Organisation „Coming Out“, Sergey Kondrashov, ein Anwalt, sowie auch Elena Popova, der Leiterin von „Soldier’s Motehers“, welche sich um die Rechte der Wehrpflichtigen kümmert. Aufgrund des neuen Gesetzes, welches die Propaganda von Homosexualität verbietet, drohen den Verhafteten nun Geldbussen von mehreren hundert bis mehreren tausend Franken.

Durch das neue Gesetz, welches im März in Kraft getreten ist (gay.ch berichtete), ist unter anderem das Mitführen und Präsentieren der Regenbogenfahne verboten worden, zudem darf Homosexualität in der Öffentlichkeit nicht mehr als etwas positives dargestellt werden. Damit wird einerseits die Aids Prävention stark eingeschränkt, eine Pride wird offiziell verboten und die neutrale Medienberichterstattung, sowie die Aufklärung in den Schulen wird verunmöglicht. Dieses Gesetz ist neben St. Petersburg bereits in anderen Provinzen eingeführt worden, zudem soll Moskau bald folgen, und die Debatte um die Einführung im ganzen Land soll demnächst in der Duma beginnen.
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