(23.02.12/dom)
Schwule und Lesben sollen ein "Safe House" erhalten, um bei
Drohungen die Möglichkeit zu erhalten, unterzutauchen. Diese
Pläne haben die Behörden der Stadt Nis in Serbien bekannt
gegeben...
Es wäre die erste solche Einrichtung in diese Richtung in
Serbien, wenn sie denn wirklich umgesetzt wird. Den Fall ins
Rollen gebracht hat Stefan Radovic, ein 19-Jähriger aus der
Stadt Nis, der von seiner Familie verstossen
wurde. Er wandte sich an die Öffentlichkeit, nachdem er im
vergangenen Jahr von seinen Eltern auf die Strasse gesetzt
wurde, als er sich geoutet hat. Wie Radovic weiter erklärte,
habe die Familie sämtliche Verbindungen zu ihm gekappt und er
konnte nirgendwo hin.
Nun meldete sich Dusica Davidovic von Nis zu Wort, und er
erklärt, dass seine Stadt eine Art "Safe House" brauche, wo
Schwule und Lesben untertauchen können, wenn sie Probleme haben
und Schutz brauchen. Dieser Fall in Nis, die zweitgrösste Stadt
in Zentralserbien, welche rund 200
Kilometer südlich von der Hauptstadt Belgrad liegt, dürfte
längst nicht der Einzige sein.
Homophobie ist in Serbien weitverbreitet, und Schwulen und
Lesben ist es kaum möglich sich zu outen. Bei Gay Prides kommt
es jeweils zu massiver Gewalt gegen die Teilnehmer, und es
entwickeln sich jeweils wahre Strassenschlachten zwischen der
Polizei und Ultranationalisten, Neonazis und Erzkonservativen.
Da Serbien allerdings den Beitritt zur Europäischen Union
anstrebt, muss das Land gewisse Auflagen erfüllen, darunter auch
der Schutz der Rechte für LGBTs garantieren.
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