UN: Historisches Hearing
für LGBT-Rechte vor den Vereinten Nationen
(08.03.12/dom)
Am Mittwoch startet der UN Human Rights Council, der
UN-Menschenrechtsrat, das historische Hearing bezüglich der
Rechte von Schwulen, Lesben und Transgender. Dabei richtete auch
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gewichtige Worte gegen die Gewalt
und Diskriminierung von LGBTs - zahlreiche Abgeordnete von
islamischen und afrikanischen Staaten verliessen darauf den
Saal.
Es waren warme Worte, welche UN-Generalsekretär Ban Ki Moon
fand, um den Schwulen, Lesben und Transgender nicht zuletzt auch
Mut zuzusprechen: An all jene, welche schwul, lesbisch, bi- oder
transsexuell sind, lasst mich folgendes sagen, ihr seit nicht
alleine, erklärte er in seiner Botschaft am Hearing für LGBT-Rechte
vor dem UN-Menschenrechtsrat. Euer Kampf um die Gewalt und
Diskriminierung zu beenden, ist ein Kampf, den wir teilen,
sprach Ban Ki Moon weiter. Jede Attacke gegen euch, ist eine
Attacke gegen die globalen Werte der Vereinten Nationen. Eine
historische Veränderung sei im Gange, fügte er hinzu, denn immer
mehr Staaten würden die Wichtigkeit dieser Probleme sehen.
Homosexualität müsse entkriminalisiert, die Bevölkerung müsse
über diese Themen aufgeklärt und gleichgeschlechtliche
Partnerschaften müssen geschützt werden, fordert Ban Ki Moon.
Diese klaren und deutlichen Worte Ban Ki Moons waren wohl für
einige Abgeordnete zu viel, und sie verliessen den Saal. So
enervierte sich ein Diplomat aus Pakistan, dass damit zügelloses
Verhalten unter der Idee der "sexuellen Orientierung" promotet
werde, welches sich gegen die grundsätzlichen Lehren
verschiedener Religionen stelle, darunter auch gegen den Islam. Unter
diesen Gesichtspunkten sei die Legitimierung von Homosexualität
und anderen, persönlichen sexuellen Verhalten unter dem Namen
der sexuellen Orientierung nicht akzeptierbar für die "Organization of Islamic Cooperation". Von dieser Organisation,
welche aus insgesamt 57 islamischen und afrikanischen Staaten
besteht, waren es zahlreiche Abgeordnete, welche den Saal aus
Protest verliessen.
Die Vertreter Nigerias wiederum verneinten schlicht, dass Bürger
in ihrem Land aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Gewalt
ausgesetzt seien. Damit widersprechen sie den zahlreichen
Berichten über massive Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land.
Ebenfalls uneinsichtig zeigten sich die Vertreter Mauretaniens.
Sie warnten gar davor, dass das umstrittene Thema der sexuellen
Orientierung die künftigen Fortschritte in Sachen Menschenrechte ins
Stocken bringen könnte.