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USA: Schwuler Diplomat aus Saudi Arabien erhält kein Asyl in den USA
family image(09.11.11/dom) Die Regierung Barack Obamas hat einen Asylantrag eines ehemaligen saudischen Diplomaten abgelehnt. Als Grund nimmt der Ex-Diplomat an, dass die USA die diplomatischen Beziehungen zu Saudi Arabien nicht aufs Spiel setzen wollen.

Es ist schon über ein Jahr her, seit der ehemalige Diplomat der saudischen Vertretung in Los Angeles, Ali Ahmed Asseri, politisches Asyl in den USA beantragte, nachdem seine Vorgesetzen herausfanden, dass er schwul ist. Sie folgten ihm eines Abends unbemerkt auf dem Nachhauseweg und sahen, wie er in eine Gaybar ging. Seither hat sich das saudische Konsulat, in welchem Asseri als ranghoher Beamter arbeitete, geweigert, seinen diplomatischen Pass für die USA zu verlängern. Damit wird er faktisch gezwungen, das Land zu verlassen und zurück nach Saudi Arabien zu gehen. Die saudische Botschaft erklärte in einem Statement, dass der diplomatische Auftrag für Asseri abgelaufen sei, und dass er nach Saudi Arabien zurückkehren müsse. Mit dem darauf gestellten Asylantrag in den USA wollte Asseri nun diese Abschiebung verhindern. Er fürchte um sein Leben, erklärte er damals, als er den Antrag stellte, und er würde am helllichten Tag getötet, wenn er nach Saudi Arabien zurückkehren würde.

Gerade aufgrund seines ehemaligen Diplomatenpostens stellt sich der Asylantrag aber alles andere als einfach dar, und so wurde der Antrag erstinstanzlich abgelehnt. Es sei eine politische Entscheidung gewesen, welche die Regierung Obamas gefällt habe, wirft Asseri nun den Behörden vor. Die USA hätten Angst die guten Beziehungen zu Saudi Arabien aufs Spiel zu setzen und hätten deshalb abgelehnt. Doch offenbar ist Asseri selber auch kein unbeschriebenes Blatt, wie er es in einem Interview selber angedeutet hat. Die ersten Gespräche mit Homeland Security in Bezug auf seinen Asylantrag seien sehr vielversprechend gewesen, erklärte er. Aber dann seinen sie nochmals auf ihn zugegangen und hätten ihn noch einmal zwei Tage lang verhört, nachdem sie herausgefunden hätten, dass er für die Staatsanwaltschaft in Saudi Arabien gearbeitet habe. Er sei dort dafür verantwortlich gewesen, dass juristische Urteile, wie auch Auspeitschungen, rechtmässig durchgeführt wurden. Homeland Security habe ihn darauf selber der Folter verdächtigt, fügte er hinzu.

Ali Ahmed Asseri hat bereits angekündigt, dass er den negativen Asylentscheid anfechten und das Urteil weiterziehen werde. Damit kann er den Prozess der Abschiebung zumindest auf ein paar Jahre hinausschieben. Ob er, falls der Asylantrag tatsächlich abgelehnt wird, wirklich nach Saudi Arabien geht, ist unklar. Möglich ist auch, dass er einfach in einem anderen Land einen neuen Antrag stellen wird.