Das grosse Interview mit Senkrechtstarter Adam
Lambert.
"For
Your Entertainment": Adam Lambert's CD-Titel passt
zum Inhalt. Dieser Mann weiss, wie es geht... Mehr Infos >>>
Seine Single "Whataya Want From Me" erreichte bei uns die
Top Ten und mit "For Your Entertainment" liefert der Sänger dazu
ein solides und abwechslungsreiches Album. Nachdem ein anderer Teil
dieses Interview in der aktuellen GAY.CH-Zeitschrift
veröffentlich wurde, folgt hier nun das grosse Interview mit dem
sympathischen Amerikaner.
Gay.ch:
Welches sind die Fragen, die dir am meisten durch Journalisten
gestellt werden?
Adam:
Als erstes wohl, wie sich mein Leben verändert hat. Wie es war
mit Lady Gaga zusammen zu arbeiten. Wirst du mit Madonna
zusammenarbeiten? Wie war es mit Simon Cowell zu arbeiten
während American Idol. Ja das sind die Fragen so in etwa. Und
ja… Erzähl uns etwas, was die Leute nicht über dich wissen.
Und genau deshalb werde ich dir diese Fragen definitiv nicht
stellen. (Adam lacht). Also, Perez Hilton unterstützt dich, hast
du ihn jemals getroffen und was hat er zum ersten Mal über dich
geschrieben?
Ja ich habe ihn schon getroffen. Also, als ich bei American Idol
war, bevor ich mich als Gay geoutet habe, hat er mehr oder
weniger mit Dreck nach mir geworfen. Und klar, seit der ersten
Minute als ich mich geoutet habe, mag er mich.
Lass uns über dein Album sprechen. Hattest du eine Auswahl an
Songs, die du auswählen konntest oder wurden die Tracks speziell
für dich geschrieben?
Einige wurden für mich geschrieben. Von anderen hatte ich ein
Demo erhalten und ich habe mich dazu entschieden, oh ja, ich
möchte diese Songs singen. Es war genial. Weisst du, viele Leute
meinen, dass wenn du aus einer Casting-Show kommst, dass du
nachher kontrolliert wirst. Dieses allerdings, war in meiner
Situation überhaupt nicht der Fall. Ich hatte die Kontrolle über
alles.
Ich habe auf dem Album gesehen, dass es zwei Tracks hat, bei
welchen dein Name erscheint. Hast diese vollkommen selbst
geschrieben?
Es sind sogar fünf. Ich habe nicht nur den Text geschrieben
sondern auch die Melodie dazu komponiert. Da wären „Strut“,
„Broken open“, „Pick you up“,„Aftermath“, "Down the rabbit
hole", "Voodoo", ach ja, das sind ja sogar sechs, nicht wahr?
„Soaked“ ist mein absoluter Favourit. Ich habe diesen gestern
auf Dauer-Replay gestellt.
Hmmm… Danke vielmals. Math Bellamy von The Muse hat diesen
geschrieben. Kennst du The Muse. Ich bin ein grosser Fan von
ihnen.
Möchtest du gerne ein Duett mit Lady Gaga machen?
Vielleicht. Das wäre Fun. Ich dachte, du wolltest mir diese
Fragen nicht stellen? (Lacht). Nein im ernst, das wäre echt Fun.
Ich bin ein grosser Fan von ihr.
Denkst du, es wäre wahrscheinlich, dass du sie dazu fragen
würdest?
Naja, ich denke sie ist extrem beschäftigt. Du müsstest sie
fragen. Sie ist sehr beschäftigt.
Bist du das erste Mal in Europa?
Nein, ich habe sechs Monate in Deutschland gelebt. Ich war dort
für das Musical Hair engagiert. Berlin, Hamburg, München,
Mannheim, Bologna, Linz und dann war ich noch eine Woche in
Amsterdam, aber daran erinnere ich mich nicht mehr so genau.
Informierst du dich eigentlich über die Musikszene in Europa?
Weisst du, mich hatte die europäische Musikszene immer sehr
interessiert. Vor allem die Musik, welche in Grossbritanien
angesagt ist. Grundsätzlich eigentlich ganz Europa. Ich habe das
Ganze immer genau verfolgt. Es gibt vieles, das ich von hier
mag. Ich denke vieler meiner Inspirationen für meine Musik sind
vermutlich viel eher britisch, z.B. Freddie Mercury, Led
Zeppelin, David Bowie, Boy George. Diese sind alle britisch. Das
sind die Typen, welche das Glam-Genre gelebt haben.
Mad World war ein Song, den du bei American Idol gesungen hast.
Warum hast du dir diesen Song nicht auch für das Album
ausgesucht?
Weil ich alles eigene Musik und nicht gecoverte auf meinem Album
haben wollte. Übrigens war dies auch nicht mal eine Option. Er
wurde ja sowieso schon released. In den USA realesen wir alle
Songs, welche wir bei American Idol performen bei I-Tunes. Also
ist der Song ja schon draussen. Ich wollte einfach
Original-Musik. Ich habe ja eine Staffel bei American Idol damit
verbracht, Songs von anderen Künstlern zu covern, deshalb wollte
ich Musik machen, die noch nie jemand vorher gehört hatte.
Wie lange brauchtest du um das Album zu produzieren?
Gerade mal drei Monate. Das ist eigentlich fast nichts für ein
18-Track-Album. Ich bin sehr stolz darauf was wir damit
erschaffen haben. Ich denke es hat etwas feuriges und das hat
das ganze auch viel aufregender gemacht.
Und denkst du schon an dein nächstes Album?
Nein, bis jetzt noch nicht. Es gibt sicherlich Menschen mit
denen ich in der Zukunft zusammen arbeiten möchte, aber ich
denke, bis jetzt bin ich immer noch sehr auf mein jetziges Album
fokussiert.
Wenn du deine Songs schreibst, schreibst du diese dann mit Piano
oder einer Gitarre?
Die Songs kommen eigentlich einfach so aus meinem Kopf. Nein,
ich spiele kein Instrument. Ich setze mich hin, die meisten
Produzenten kommen mit einem Beat. Ich sitze dann so da und
finde, ach ja, wir könnten das ja so oder so machen. Dann
entwickeln wir zusammen den Refrain. Dann denke ich, ich könnte
das ganze so oder so singen. Ich verwende immer meine Stimme. So
kommt dann die Melodie zusammen. Es ist also ein hin und her.
Kannst du irgendein Instrument spielen?
(Zeigt auf seine Kehle). Nur dieses.
Hat sich dein Freundeskreis seit deiner Bekanntheit verändert?
Wollen plötzlich Menschen deine Freunde sein, die dies vorher
nicht sein wollten?
Oh ja, sicherlich. Das passiert definitiv. Es gibt einige die
plötzlich aus heiterem Himmel meine Freunde sein wollen, aber
ich erkenne dies meistens im vornherein. Klar kann auch ich mir
daraus Vorteile herausschlagen, vor allem wenn es ein süsser
Junge ist (lacht), aber eben, es ist halt so wie es ist.
Wenn wir ans flirten mit anderen Typen denken, macht es das
Ganze einfacher für dich?
Ja und nein. Klar, ich kriege jetzt viel mehr Aufmerksamkeit.
Vor allem wenn ich einen Raum betrete und es viele Männer hat,
denn die wissen wer ich bin. Aber, erstens, es macht es auch
viel schwieriger, weil viele nur etwas mit dir zu tun haben
wollen, weil du berühmt bist, was schlicht weg Bullshit ist.
Zweitens, du musst dich immer selber fragen, würde diese Person
auch zu mir kommen, wenn ich nicht berühmt wäre? Das ist das
Schwierige am ganzen. Andererseits ist es aber auch sehr
schwierig jemanden zu daten oder eine Beziehung zu führen. Vor
allem habe ich vermutlich zurzeit auch keine Energie oder Kraft
dazu, jemanden das zu geben, was er wirklich verdient. Ich hätte
sehr gerne wieder eine monogame Beziehung, ich denke nur nicht,
dass die im Moment geschehen wird.
Was hat es mit der Story bezüglich Leonardo di Caprio auf sich?
Jemand fragte mich in einem Interview, wenn ein Film über mein
Leben gedreht würde, wer sollte die Hauptrolle kriegen. Also
musste ich eine Weile nachdenken, da ich keine Ahnung hatte.
Dann kam ich mit der Idee: Leonardo di Caprio. Er ist ein sehr
guter Schauspieler und ich könnte ihn mir gut mit ein bisschen
Eyeliner vorstellen. Weisst du, die Medien nehmen Dinge auf und
drehen es wie sie es wollen.
Wurden schon Dinge über dich geschrieben, welche überhaupt nicht
der Wahrheit entsprechen?
Oh ja, sehr vieles.
Und wie denkst du darüber?
Meistens bringt es mich zum lachen, weil es dermassen absurd
ist. Dann steht zum Beispiel: …aus einer verlässlichen Quelle
aus dem Kreise des Künstler… Ich denke mir dann, wer zum Teufel
soll den diese ominöse Quelle wieder gewesen sein, denn die
haben doch zum Teil gar keine Ahnung über was die schreiben. Zum
Beispiel erst letztlich wurde geschrieben, dass Adam Lambert
angeblich Simon Cowell als Jurymitglied bei American Idol
ablöse. Ich dachte mir dabei nur, dies wird sicherlich nicht
statt finden. Aber eben, dass sind Sachen die einfach geschehen.
Ich erinnere mich, als ich mich von meinem damaligen Freund
trennte und die ganzen Medien von einer langjährigen Beziehung
schrieben. Wir waren lediglich etwa vier Monate zusammen. Wir
sind gute Freunde geblieben. Als ich mit ein paar Freunden und
ihm in einem Restaurant sass, haben uns die Medien entdeckt.
Dann schrieben sie sofort: Sie sind wieder zusammen! Hallo?!?
Wir sind Freunde! Das ist in Ordnung. Ich denke ist genial, wenn
man mit seinen Exfreunden befreundet sein kann. Nichts desto
trotz muss ich sagen, dass die Medien sehr gut zu mir waren. Sie
haben mich immer sehr unterstützt. Es ist auch wichtig im
Showbusiness, dass du in den Medien präsent bist und die Leute
wissen wer du bist. Aber es kann natürlich auch sehr lächerlich
sein. Ich denke das vor allem in den Staaten viele
sensationalisiert wird, vor allem über meinen Gay-Lifestyle, da
es nicht viele andere geoutete Stars gibt. Ich denke, dass die
Medien versuchen, es präsenter für die Leute zu machen. Das
ganze könnte natürlich dazu führen, das es meine Musik
überschattet. Das möchte ich natürlich nicht. Aber gleichzeitig,
muss ich sagen, dass ich sehr stolz darüber bin, wer ich bin,
vor allem denke ich, dass es wichtig ist, stolz Gay zu sein.
Natürlich weiss ich, dass ich nicht allen gefallen kann, es muss
einfach einigermassen im Gleichgewicht sein.
Hattest du jemals Probleme, wenn du durch die Strassen gelaufen
bist und beschimpft worden bist als Schwuchtel oder ähnliches?
Nein, ich hatte glücklicherweise fast keine solche Erfahrungen,
aber ich weiss natürlich, dass dies vielen leider passiert.