Für das neues Album "In dieser Stadt"
ist die Österreicherin auf Promo-Tour. Wir haben sie in
Zürich getroffen und ein lustiges Gespräch geführt.
Wettbewerb: Am Ende dieses Interview.
Seit 3 Wochen schon ist sie unterwegs und ihre letzte Station ist
Zürich. Christina hat gute Laune, ist jedoch happy, dass das
Interview-Marathon endlich zu Ende ist.
gay.ch: Meine erste Frage ist zwar ein bisschen doof, aber ich
muss ich ja fragen... Sprechen dich die Journalisten noch immer
auf deine Teilnahme bei "Starmania" an?
Christina Stürmer: Ja. (lacht) Jaaaaaaaaa.......
Eklige Frage, ich weiss...
(lacht) Von jedem! Ich bin jetzt drei Wochen unterwegs, auch in
Deutschland und Österreich und irgendwann kommt diese Frage:
Du warst doch mal vor Jaaahren bei Starmania. Was glaubst du dies
und das.... Was hast du besser gemacht, wieso hat es bei dir
geklappt... Das ist irgendwie die hässlichste Frage von
allen. Aber eben, wenn ich die Lösung hätte, dann
würde ich sie weitergeben...
Kannst beruhigt sein, ABBA sind Weltstars und werden auch noch die
ganze Zeit mit dem Eurovision Song Contest konfrontiert.
(lacht) Ja, das stimmt!
Wie lange hast du, warst du, ööhh... blub, blub, hab
mich versprochen!
(beide lachen... und gleich anschliessend wird sich Christina auch
verplappern...)
Wie lange hast du an diesem Album gearbeitet?
(überlegt) Begonnen haben wir im Juli, gleich nach der EM.
Mit dem Songwriting?
Genau. Ein Teil der Band und ich sind wir nach Hamburg geflogen
und haben uns mit einem Songwriter getroffen und zusammen Songs
geschrieben (sie sagt geschrieben mit einem rollenden à la
englischen Aktzent "geschhhhryybeen" und fängt
deshalb an zu lachen) - jetzt habe ich mich auch verplappert, ich
bin schon ganz gaga (lacht): Also, wir haben zusammen Songs
GESCHRIEBEN und... den letzten Ton, den haben wir im Februar
aufgenommen - da habe ich noch die Zweitstimmen gemacht.
Wenn du dein allererstes Album "Freier Fall", das gleich
nach "Starmania" aufgenommen hast, und das aktuelle
Album miteinander vergleichst, worin liegt der Hauptunterschied
zwischen den Zwei?
Da gibt es so viele... Aber fassen wir es so zusammen: Ich war
damals dankbar, dass mich so viele Leute beim ersten Album
unterstützt haben, die richtigen Songs auszuwählen, aber
im Endeffekt habe ich so gut wie gar nicht mitreden können.
Nach der Castingshow haben sie Songs ausgewählt, unter
anderem "Ich lebe" und "Engel fliegen
einsam"... Aber sonst, was da noch drauf war, da würde
ich mal sagen: Die würde ich heute nicht mehr singen (lacht).
Ausserdem wurde auf diesem Album viel mit Computer
gearbeitet und ich habe die Leute gar nicht gekannt, die die
Instrumente eingespielt haben. Das waren irgendwelche
Studiomusiker... Und jetzt beim aktuellen Album war wir zu
fünft im Studio und haben die Songs gemeinsam eingespielt und
mitgeschrieben. Das ist also so eine Steigerung von 1 zu 100. Die
erste CD ist MIT mir passiert und jetzt hab ich das Lenkrad in der
Hand. Ich war damals... (überlegt)
Beifahrer?
Vielleicht nicht mal das, ich war eher auf der Rückbank.
Bevor du in Deutschland und in der Schweiz Erfolg verbuchen
konntest, da gab es in Österreich, gerade in der Presse,
kritische Stimmen...
Bevor "Ich lebe" erfolgreich wurde, da schrieben gewisse
Leute: "Die Stürmer wird in Deutschland floppen,
Katastrophe, die kann nichts, Castingshow" und so Zeug. Und
dann wurde "Ich lebe" erfolgreich und ich habe den
"Echo" nach Hause gebracht und dann war die Stimmung
so... "Moment Mal... Wie, die Deutschen finden das cool?
Vielleicht ist das doch nicht so übel!" Aber das ist
wohl auch in der Schweiz und in anderen Ländern so: Da muss
zuerst der Erfolg im Ausland zustande kommen, bis man den
Künstler im eigenen Land ernst nimmt.
Das fängt doch schon in der eigene Familie an: Deine Eltern
sagen, ja, ja, sing doch einfach mal und dann wenn du Erfolg
hast...
... Ja, dann sagen sie plötzlich: Ach sooooo! (lacht)
Wie ist es dazu gekommen, dass du den Titelsong "Ich kriege
nie genug" der Soap "Alles was zählt" singen
dürftest?
Das hat meine Plattenfirma mit RTL gemanagt. Ich bin sehr dankbar
dafür, weil heute zu Tage ist es schwer im TV eine
anständige Plattform zu bekommen, um sich zu promoten, es
gibt ja keine reine Musiksendungen mehr wie zum Beispiele
"Top of the Pops". Na ja, du kannst bei "Wetten
Dass..." auftreten um ein grosses Publikum zu erreichen, aber
in Österreich gibt es schon gar nichts. Aber, eben, bei
"Alles was zählt", da wird der Song jeden Tag um
die gleiche Zeit gespielt. Das ist eine gute Plattform, auch wenn
die Leute mit der Zeit denken, dass der Song langsam nervt, aber
die Leute werden trotzdem auf dich aufmerksam. Vielleicht gibt es
den einen oder anderen der sich dann fragt, wer das sein
könnte und mal googelt und sich informiert. Solche Chancen
muss man wahrnehmen, gerade in einer Zeit, wo die
Plattenverkäufe rückgängig sind.
Was ist der Nachteil, wenn du, wie jetzt, ein paar Wochen ohne
Unterbruch unterwegs bist und nicht zu Hause eine Pause machen
kannst?
Es ist anstrengend und dummerweise bin ich allergisch auf gewisse
Matratzen. Ich nehme dann halt immer meine eigene
"Polster" mit - hab ich dieses Mal natürlich auch
dabei. Oohh... und gestern war die Ladung so turbulent, da bekam
ich richtig schiss, echt, da sind mir die Bilder von dieser Ladung
in Deutschland sofort durch den Kopf gegangen - von diesem
Flugzeug das vom Wind hin und her geschüttelt wurde, als er
gerade am Landen war. Ich fliege heute zurück nach Hause und
ich hoffe, dass der Flug ruhiger wird.
Wie hat sich dein Privatleben verändert, seit du berühmt
bist, so mit Kollegenkreis und so...
Da hat sich einiges verändert. Gegenüber den Medien gebe
ich nicht immer alles, was mein Privatleben angeht, Preis. Es gibt
Sachen, die haben da nichts zu suchen. Ich bin in einer
glücklichen Beziehung und wir tun nichts anderes, als das,
was die andere Leute in einer Beziehung auch machen - da ist
nichts aufregendes dabei. Was meine Freundschaften angeht, ich
gehe sehr sparsam mit dem Begriff Freunde um. Ich kann meine
Freunde an einer Hand abzählen. Sie ist zwar voll, aber, das
sind die, mit denen ich schon in die Schule gegangen bin. Die
würden mir auch sagen, wenn ich mich negativ verändern
würde, so im Sinne von: "Du hast plötzlich einen
Knall, komm mal wieder runter". Auf diese Freundschaft lege
ich auch grossen Wert.
Welche Musikstilrichtung würdest du nie hören... Z.b.
Heavy Metal oder Goa oder so...?
Heavy Metal find ich nicht so schlimm. Was ich ganz schlimm finde
ist Volkstümliche Musik. Das geht manchmal gar nicht.
"In dieser
Stadt" - die neue CD von Christina Stürmer - erscheint
am 10. April. Sie kann bei CeDe.ch schon vorbestellt werden:
Clicke auf das CD-Bild.
Eine kleine Kostprobe gibt es schon mal mit der aktuellen Single
"Ist mir egal":