CHRISTINA STÜRMER interview in zürich am 27.03.09

Für das neues Album "In dieser Stadt" ist die Österreicherin auf Promo-Tour. Wir haben sie in Zürich getroffen und ein lustiges Gespräch geführt. Wettbewerb: Am Ende dieses Interview.



Seit 3 Wochen schon ist sie unterwegs und ihre letzte Station ist Zürich. Christina hat gute Laune, ist jedoch happy, dass das Interview-Marathon endlich zu Ende ist.

gay.ch: Meine erste Frage ist zwar ein bisschen doof, aber ich muss ich ja fragen... Sprechen dich die Journalisten noch immer auf deine Teilnahme bei "Starmania" an?

Christina Stürmer: Ja. (lacht) Jaaaaaaaaa.......

Eklige Frage, ich weiss...

(lacht) Von jedem! Ich bin jetzt drei Wochen unterwegs, auch in Deutschland und Österreich und irgendwann kommt diese Frage: Du warst doch mal vor Jaaahren bei Starmania. Was glaubst du dies und das.... Was hast du besser gemacht, wieso hat es bei dir geklappt... Das ist irgendwie die hässlichste Frage von allen. Aber eben, wenn ich die Lösung hätte, dann würde ich sie weitergeben...

Kannst beruhigt sein, ABBA sind Weltstars und werden auch noch die ganze Zeit mit dem Eurovision Song Contest konfrontiert.

(lacht) Ja, das stimmt!

Wie lange hast du, warst du, ööhh... blub, blub, hab mich versprochen!

(beide lachen... und gleich anschliessend wird sich Christina auch verplappern...)

Wie lange hast du an diesem Album gearbeitet?

(überlegt) Begonnen haben wir im Juli, gleich nach der EM.

Mit dem Songwriting?

Genau. Ein Teil der Band und ich sind wir nach Hamburg geflogen und haben uns mit einem Songwriter getroffen und zusammen Songs geschrieben (sie sagt geschrieben mit einem rollenden à la englischen Aktzent "geschhhhryybeen" und fängt deshalb an zu lachen) - jetzt habe ich mich auch verplappert, ich bin schon ganz gaga (lacht): Also, wir haben zusammen Songs GESCHRIEBEN und... den letzten Ton, den haben wir im Februar aufgenommen - da habe ich noch die Zweitstimmen gemacht.

Wenn du dein allererstes Album "Freier Fall", das gleich nach "Starmania" aufgenommen hast, und das aktuelle Album miteinander vergleichst, worin liegt der Hauptunterschied zwischen den Zwei?

Da gibt es so viele... Aber fassen wir es so zusammen: Ich war damals dankbar, dass mich so viele Leute beim ersten Album unterstützt haben, die richtigen Songs auszuwählen, aber im Endeffekt habe ich so gut wie gar nicht mitreden können. Nach der Castingshow haben sie Songs ausgewählt, unter anderem "Ich lebe" und "Engel fliegen einsam"... Aber sonst, was da noch drauf war, da würde ich mal sagen: Die würde ich heute nicht mehr singen (lacht). Ausserdem wurde auf diesem Album viel mit Computer gearbeitet  und ich habe die Leute gar nicht gekannt, die die Instrumente eingespielt haben. Das waren irgendwelche Studiomusiker... Und jetzt beim aktuellen Album war wir zu fünft im Studio und haben die Songs gemeinsam eingespielt und mitgeschrieben. Das ist also so eine Steigerung von 1 zu 100. Die erste CD ist MIT mir passiert und jetzt hab ich das Lenkrad in der Hand. Ich war damals... (überlegt)

Beifahrer?

Vielleicht nicht mal das, ich war eher auf der Rückbank.

Bevor du in Deutschland und in der Schweiz Erfolg verbuchen konntest, da gab es in Österreich, gerade in der Presse, kritische Stimmen...

Bevor "Ich lebe" erfolgreich wurde, da schrieben gewisse Leute: "Die Stürmer wird in Deutschland floppen, Katastrophe, die kann nichts, Castingshow" und so Zeug. Und dann wurde "Ich lebe" erfolgreich und ich habe den "Echo" nach Hause gebracht und dann war die Stimmung so... "Moment Mal... Wie, die Deutschen finden das cool? Vielleicht ist das doch nicht so übel!" Aber das ist wohl auch in der Schweiz und in anderen Ländern so: Da muss zuerst der Erfolg im Ausland zustande kommen, bis man den Künstler im eigenen Land ernst nimmt.

Das fängt doch schon in der eigene Familie an: Deine Eltern sagen, ja, ja, sing doch einfach mal und dann wenn du Erfolg hast...

... Ja, dann sagen sie plötzlich: Ach sooooo! (lacht)

Wie ist es dazu gekommen, dass du den Titelsong "Ich kriege nie genug" der Soap "Alles was zählt" singen dürftest?

Das hat meine Plattenfirma mit RTL gemanagt. Ich bin sehr dankbar dafür, weil heute zu Tage ist es schwer im TV eine anständige Plattform zu bekommen, um sich zu promoten, es gibt ja keine reine Musiksendungen mehr wie zum Beispiele "Top of the Pops". Na ja, du kannst bei "Wetten Dass..." auftreten um ein grosses Publikum zu erreichen, aber in Österreich gibt es schon gar nichts. Aber, eben, bei "Alles was zählt", da wird der Song jeden Tag um die gleiche Zeit gespielt. Das ist eine gute Plattform, auch wenn die Leute mit der Zeit denken, dass der Song langsam nervt, aber die Leute werden trotzdem auf dich aufmerksam. Vielleicht gibt es den einen oder anderen der sich dann fragt, wer das sein könnte und mal googelt und sich informiert. Solche Chancen muss man wahrnehmen, gerade in einer Zeit, wo die Plattenverkäufe rückgängig sind.  

Was ist der Nachteil, wenn du, wie jetzt, ein paar Wochen ohne Unterbruch unterwegs bist und nicht zu Hause eine Pause machen kannst?

Es ist anstrengend und dummerweise bin ich allergisch auf gewisse Matratzen. Ich nehme dann halt immer meine eigene "Polster" mit - hab ich dieses Mal natürlich auch dabei. Oohh... und gestern war die Ladung so turbulent, da bekam ich richtig schiss, echt, da sind mir die Bilder von dieser Ladung in Deutschland sofort durch den Kopf gegangen - von diesem Flugzeug das vom Wind hin und her geschüttelt wurde, als er gerade am Landen war. Ich fliege heute zurück nach Hause und ich hoffe, dass der Flug ruhiger wird.

Wie hat sich dein Privatleben verändert, seit du berühmt bist, so mit Kollegenkreis und so...

Da hat sich einiges verändert. Gegenüber den Medien gebe ich nicht immer alles, was mein Privatleben angeht, Preis. Es gibt Sachen, die haben da nichts zu suchen. Ich bin in einer glücklichen Beziehung und wir tun nichts anderes, als das, was die andere Leute in einer Beziehung auch machen - da ist nichts aufregendes dabei. Was meine Freundschaften angeht, ich gehe sehr sparsam mit dem Begriff Freunde um. Ich kann meine Freunde an einer Hand abzählen. Sie ist zwar voll, aber, das sind die, mit denen ich schon in die Schule gegangen bin. Die würden mir auch sagen, wenn ich mich negativ verändern würde, so im Sinne von: "Du hast plötzlich einen Knall, komm mal wieder runter". Auf diese Freundschaft lege ich auch grossen Wert.

Welche Musikstilrichtung würdest du nie hören... Z.b. Heavy Metal oder Goa oder so...?

Heavy Metal find ich nicht so schlimm. Was ich ganz schlimm finde ist Volkstümliche Musik. Das geht manchmal gar nicht.
 

people image"In dieser Stadt" - die neue CD von Christina Stürmer - erscheint am 10. April. Sie kann bei CeDe.ch schon vorbestellt werden: Clicke auf das CD-Bild.

Eine kleine Kostprobe gibt es schon mal mit der aktuellen Single "Ist mir egal":