(25.02.09/lp)
Von Stefan Raab entdeckt, wurde Max Mutzke 2004 für
Deutschland zum Eurovision Song Contest geschickt, wo er als Favorit gehandelt
wurde.
Mit dem Song "Can't wait until tonight" erreichte er den achten
Rang: Eine Platzierung, von der Deutschland inzwischen nur
träumen kann. Mit "Black Forest" veröffentlicht er inzwischen
sein drittes Album. Wir haben ihn in Zürich getroffen.
gay.ch: Dein neues Album ist zugleich das erste, das nur
aus englischen Tracks besteht. Geht es für dich einfacher, wenn du
auf Englisch singst?
Max: Das ist spontan so entstanden - ein Prozess sozusagen. Wir
hatten damals "Marie" und "New Day" im Kasten und die
Plattenfirma war so begeistert, dass wir die weiteren Songs auch
auf Englisch aufgenommen haben. Aber beim nächsten Album kann es
gut sein, dass ich plötzlich wieder auf Deutsch singe.
Auf "Black Forest" findet man praktisch keinen Songmaterial, das aus deiner Feder
stammt...
Ich kann nicht so gut englische "Lyrics" schreiben, Deutsch liegt
mir besser. Ich wollte ja nicht, dass die Songs dann inhaltlich
komisch klingen würden. Ausserdem war es mal ganz gut einfach
zurückzulehnen und sich die Songs schreiben zu lassen.
Liebäugelst du nun mit dem Markt, der über den deutschsprachigen
Raum hinausgeht?
Bisher stand das nicht zur Debatte, auch wenn die Bekanntheit
durch die Eurovision in anderen Ländern damals gegeben war...
Meine Songs waren bis jetzt hauptsächlich auf Deutsch gesungen
worden, aber jetzt könnte man mal darüber nachdenken. Wir warten
einfach mal ab, wie sich dieses Album in Deutschland entwickelt.
Nach "Marie": Welche wird die nächste Single sein?
Wahrscheinlich "St. Petersburg". "Smile" würde mir gefallen.
Spielst du ein Instrument? Ja, Klavier.
Hab ich es mir doch gedacht. Leute die ein Instrument spielen stehen
voll auf den Song, weil es da richtig abgeht, aber "St.
Petersburg" ist zugänglicher für alle. "New Day" und
"Backyard" wären auch noch Single-Varianten.
Ich nenne dir drei Sängerinnen und machst eine Rangliste, mit
welcher du ein Duett machen würdest: Stefanie Heinzmann, Duffy
und Amy Winehouse.
Mit Stefanie Heinzmann hab ich schon mal gesungen. Das war im
Kaufleuten in Zürich. Das war super.
Bei Amy: Das würde mich imponieren, mit ihr zu singen. Wenn ich
ganz egoistisch an meine Karriere denke, dann wäre sie an erster
Stelle, aber bei ihr wäre mir die Unsicherheit zu gross. Es gibt
ja diesen Videoclip, wo andere für sie singen, weil sie nicht
"zur Verfügung" stand... Diese Art von Unsicherheit wäre mir
aber dann wahrscheinlich dann doch zu gross.
Duffy: Ja, die macht sehr, sehr gute Musik und ist astrein.
Ein Moderator wollte dich mal überreden deine
zusammengewachsene Augenbrauen zu zupfen. Hat er es geschafft? Ja, ja, meine Augebrauen... Ich werde oft darauf
angesprochen und ich finde es geil, dass ich es nie gemacht
habe. Gerade bei den ersten Sendungen bei Raab, als in der Maske
lag, versuchte man mich davon zu überzeugen, sie zu zupfen, aber
ich wollte das nicht. Ich wollte natürlich bleiben, so wie ich
bin, sonst hätte ich mir die schiefen Zähne auch noch gleich
richten lassen können und so... und dann hätte ich dann am
Schluss so wie ein geschleimter Casting-Typ ausgesehen. Aber
beim Raab ging es zum Glück nicht darum gestylt auf der Bühne zu
stehen. Ich musste ja kein Image aufbauen, wieso sollte ich
jetzt auf einmal anfangen so etwas zu machen.
Was sagst du, wenn jemand behauptet, dass deine Musik Mainstream
ist?
Mainstream klingt auf den ersten Blick irgendwie negativ, aber auch ich musste meine
Meinung revidieren, denn Mainstream kann ganz vieles sein und
schliesslich entscheidet immer der eigene Musikgeschmack was gut
und schlecht ist. Ich
habe lange mit meiner anderen Band all diese komplizierte Sachen für die "Musikpolizei"
gemacht... mit abgefahrenen Beats und so, aber jetzt
geniesse ich es, einfach schöne Melodien zu machen.