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Die Grand Dame der Oper kommt in die Schweiz und
tritt am 9. und 11. Oktober in Zürich und Bern auf.
Wir haben Monserrat Caballé vor ihrer Reise telefonisch befragen
dürfen.
Wie sieht ein Tag in Ihrem Privatleben aus?
Heute zum Beispiel ist ein trauriger Tag. Jemand in der Familie
ist gestorben. Ich hätte mit Familienmitgliedern etwas
besprechen sollen, aber ich war zu traurig. Ich war kurz in der
Stadt und jetzt gebe ich Interviews. Am Nachmittag hab ich Proben
mit dem Orchester und am Abend treffe ich mich dann mit meiner
Familie wegen dem Todesfall. Ich bin traurig, aber… Wir alle
müssen mal gehen…
Haben Sie sich eine Grenze gesetzt, wann Sie nicht mehr auf der
Bühne stehen möchten?
Es gibt für jede Lebenszeit die passende Musik. So lange ich
mich wohl fühle und meine Sache gut mache, dann mache ich
weiter. Sollte das jedoch nicht mehr der Fall sein, dann höre
ich auf. Ich möchte weder das Publikum noch die Komponisten
enttäuschen.
Was bedeutet es für Sie, mit Ihrer Tochter auf der Bühne
zu sein?
Das ist mit grossen Emotionen verbunden. Sie ist eine seriöse
Frau, die ihre Sache sehr ernst nimmt. Sie will alles alleine
machen, aber manchmal fragt sie mich dann doch mal gewisse Sachen.
Aber ich bin nicht ihre Lehrerin. Übrigens, sie singt das
nächste Jahr bereits seit zehn Jahren.
Sie hatten in Basel im Jahr 1956 ihre erste Stelle. Fühlen
Sie sich noch heute mit dieser Stadt verbunden?
Damals gab es in Spanien keine Möglichkeiten für eine
Anfängerin wie ich, eine Stelle zu bekommen. In Basel hatte
ich zuerst eine kleine, später eine grosse Rolle. Danach ging
ich nach Deutschland. Basel war für mich so etwas wie eine
Universität. Ich fühle mich noch sehr verbunden mit
Basel. Dort fühle ich mich wie zu Hause und habe noch viele
Freunde.
Wie gehen Sie mit negativer Kritik um, also z.B., wenn
jemand nach einer Vorstellung schreiben würde, dass sie nicht
gut gesungen haben?
Wenn das seine Meinung ist, wenn er das glaubt, dann soll er das
schreiben (lacht).
Wenn Sie auf Tour sind, reist das Orchester immer mit Ihnen
mit?
Oft ist es in jeder Stadt ein anderes Orchester. Das hängt
von den Veranstalter ab. Aber bei meinen Auftritten in der Schweiz
bin ich nur mit einem Pianist auf der Bühne. Im Gegensatz zu
den grossen Orchester, reist er mit mir mit.
Teil 2 des Interviews erscheint in der nächsten
gay.ch-Ausgabe (Dez 07/ Jan 08)
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