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(20.05.10/lp)
Mit ihrem Album "Strip Me Away" im Gepäck war die Britin in
der Schweiz auf Promo-Tour unterwegs. Wir haben sie in Zürich
getroffen.
Was hat das Cover auf sich, mit diesen Bemalungen?
Es kommt vom Song-Clip "Strip Me" und es geht darum, wenn wir
alles ausziehen - sei es diese Bemalungen, Kleider, materielle
Dinge, was wir wissen oder was wir gemacht haben - dann sind wir
im Grunde genommen alle gleich. Wir haben die gleichen Gefühle, die gleiche
Frustrationen, die gleichen Sehnsüchte... Das macht uns
grundsätzlich alle gleich. Wir sind alle Stammeskrieger...
Hast du schon mal daran gedacht, selber Kinder zu haben?
Ich mag Kinder, aber meine momentane Rolle als "so etwas wie
die Tante der Kinder meiner Freunde" genügt mir. Die können in
unser Haus in L.A. kommen, im Pool spielen, aber ich hab
nichts dagegen, wenn sie dann am Abend auch wieder gehen (lacht).
Hast du schon mal daran gedacht, mit deinem Bruder, Daniel
Bedingfield, zusammen zu arbeiten?
Ja... Obwohl wir beide im Sternzeichen Schütze sind - auch
wenn ich mich primär nicht so für Sternzeichen interessiere - so
es ist doch strange, dass wir trotzdem total verschieden sind. Das macht es
für eine Zusammenarbeit schwierig.... Wir sind einfach Freunde
und arbeiten nicht zusammen (lacht). Aber er wird in seinem
neuen Album das erste Mal ein Lied das ich
geschrieben habe veröffentlichen.
Wenn man eure Karrieren vergleicht, dann bist du eigentlich
erfolgreicher, als dein Bruder...
Mein Bruder ist wirklich gut... Für mich ist er der beste
Sänger der Welt! Aber weisst du, Popmusik ist so: Heute bist du
angesagt, morgen nicht mehr. Alles kann sich sehr rasch
verändern. Und vor mir war er erfolgreicher... Ich sag es mal
so: Wir wechseln uns laufend ab.
Welcher Song auf deinem Album ist dein persönlichster?
"Recover": Dieser Track musste unbedingt ins Album. Ich hab
ihn geschrieben, als ein Freund von mir gestorben ist. Das war
in der gleichen Woche, als Michael Jackson gestorben ist. Die
ganze Welt trauerte und ich war sowieso schon dabei, mich zu
fragen, wie finde ich "Genesung" nach dem Tod meines Freundes...
Und
plötzlich sah ich die ganze Welt mit diesem Thema konfrontiert.
Auch jetzt, mit Japan: Menschen gehen durch schlimme Zeiten,
aber irgendwann "erholen" sie sich davon. Es geht auch darum,
dass man daran glaubt, dass man das Ganze verarbeitet.
Kannst du dir vorstellen, einmal ein Jazz-Album aufzunehmen?
Ja. Ich kann mir aber auch genau so gut vorstellen ein 80s-
oder ein Folk-Album aufzunehmen. Und ein Dance-Album: Das
würde ich auf jeden Fall mal gerne machen.
Und welche Stilrichtung würdest nicht machen wollen? Wie
wärs mit Heavy Metal...
Heavy Metal würde ich auch machen - da könnte richtig
heraus schreien, bis ich meine Stimme verlieren würde... Oder
etwas in der Richtung von Rage Against The Machine.
Mit wem möchtest du gerne mal ein Duett machen?
iIh würde gerne mit Elton John was machen. Oder mit den Foo
Figthers, Coldplay oder Eminem...
Welchen Song von ABBA würdest covern?
Ach je... Die hatten so viele gute Songs. Welchen würdest du
mir geben?
Zu dir würde "The Winner Takes It All" passen...
Ja, hey, wow! Ja! Du hättest ein A&R werden sollen. Wow, ich
glaub ich sollte das wirklich tun. Was für eine gute Idee.
Die Schauspielerei gefällt dir, hab ich gelesen. Falls du in
einem Film mitwirken könntest, welchen würdest du wählen?
Die fabelhafte Welt der Amélie! Oder Dusty Springfield in
einem Film verkörpern, das würde mir besonders gut gefallen.
Welche Filme gefallen dir denn im Speziellen?
Ich mag am liebsten Komödien.
Wie hat es sich für dich angefühlt, als du den US-Markt geknackt hast?
Anstrengend. Du kriegst es nicht hin, wenn du nicht vor Ort
bist. Amerika ist so gross. Du musst die ganze Zeit unterwegs
sein, bei all diesen Radiostationen... Die sind nicht vernetzt,
die sind alle unabhängig. Ja, so musste ich viele Türklinken
putzen, andererseits hatte ich Heimweh. Mein Label hat sich
entschieden, meine Songs dort zu veröffentlichen. "These Words"
lief bereits sehr gut, aber so richtig abgegangen ist es dann
mit "Unwritten". Und dann die Remixes waren noch stärker. In den
US-Dance-Charts war ich 5 oder 6 Mal auf Platz 1... Die
Dance-Charts sind ja eher kleiner und ich denke, dass da viele
Gays ihren Einfluss drauf haben. Ja, ja (lacht)...
Inzwischen haben sich die Amis den britischen Sängerinnen viel
mehr geöffnet, denkt man da an Adele, Florence and The Machines
und
Lily Allen. |