Watch: "London" feiert am Filmfestival in Venedig Premiere

"London" heisst der Erstling vom brasilianischen Regie-Duo Victor Di Marco und Mácio Picoli. Darin spielt Di Marco selber einen jungen Mann mit einer Beeinträchtigung namens London. Er arbeitet als Performer in einem Fetischclub, und lebt sonst ein Leben wie viele anderen jungen Queers ebenfalls. Er geht tanzen oder trifft sich mit Freunden, doch es gibt auch etwas, dass ihn belastet...

Er fragt sich stets, wie sehen ihn die Leute, wenn sie ihn anschauen? Sehen sie ihn einfach als hübsch an, oder machen sie sich lächerlich über ihn?

Dann erhält er die Möglichkeit, Untersuchungen durchzuführen, um eine Diagnose für seine Beeinträchtigung zu erhalten - doch soll er dies wirklich machen? Würde diese Diagnose fortan sein Leben bestimmen?

Wie die beiden Filmemacher erklären, sei ihr Film auch aus einer Frustration heraus entstanden. Menschen mit Beeinträchtigung würden in Filmen stets einseitig dargestellt werden: Entweder werden sie bevormundet, oder sie müssen quasi "in Ordnung gebracht werden". Dies wollten sie ändern, und deshalb wird London positiv dargestellt, als jemand, der einfach seinen Körper kennenlernen will, und der Angst davor hat, nur auf seine Diagnose reduziert zu werden.

Das Thema geht insbesondere Victor Di Marco sehr nahe, lebt er doch selber mit einer Beeinträchtigung.