hold me tight
Die Aufführung nimmt es sich zum Ziel, eine eigene authentische queere Erzählung auf die Bühne zu bringen. Zu oft werden queere Geschichten von aussen erzählt, angepasst an eine cis-heteronormative Perspektive, die Gewalt betont und Mitleid erzeugt. hold me tight will nicht Opferrollen reproduzieren, sondern sichtbar machen, wie stark, kreativ und solidarisch queere Menschen sind. Das Stück ist deshalb kein lautes Zeigen von Gewalt, sondern eine Feier von Widerstand, Resilienz und Gemeinschaft. hold me tight versteht sich als Zelebration queerer Existenz, als Wertschätzung der Kämpfe welche Generationen von Queers für sich selbst, für uns und für alle, die noch kommen werden, geführt haben. Die Macher:innen wollen queeren Menschen ein empowerndes Erlebnis bieten und gleichzeitig einem nicht-queeren Publikum die Dringlichkeit von Unterstützung marginalisierter Gruppen vermitteln: Unterstütze die LGBTI+ Community nicht wegen des Leids, sondern weil du das ungerechte System bekämpfen willst, das sie unterdrückt.
Das Stück entstand über den ungefähren Zeitraum des letzten Jahres im kontinuierlichen Austauschs zwischen Pablo und Liz, wobei ein grosser Teil der Konzeption in einer gemeinsamen viertägigen Residenz entstand. Musikalisch gesehen wird viel mit Verfremdung gearbeitet. Digitale Instrumente oder Samples werden durch multiple in Serie geschaltete Effekte in ihrer sonischen Qualität verändert. Inspiriert von zeitgenössischen Künstler:innen und der langen Tradition von Sampling gerade in BIPoC-Communities.
Die Möglichkeit, in modernen DAW’s Audioeffekte in derart komplexer Art und Weise zu überlagern, ermöglicht eine Widerspiegelung der stets undurchschaubaren Strukturen und Dynamiken unserer Gesellschaft. Um diese wesentliche Verbindung zwischen den Umständen in welcher Kunst geschaffen wird und dem Produkt auch auf der Bühne wieder zu spiegeln, werden interaktive Faktoren in die Musikproduktion eingebaut, welche das Publikum direkt mit der Performance auf der Bühne verbindet. Das Bewegungskonzept ist klar auf die Stimmungsfarben der Live-Musik abgestimmt. Das Element der gegenseitigen Beeinflussung schwappt über die Interaktion des Publikums mit der Musik direkt in tänzerische Phrasen über, wobei Intensität, Tempo und Muster beeinflusst werden.
Die Bewegungsqualitäten bedienen sich zeitgenössischer Praxis, im Sinne europäischer Bühnen, aber inspiriert sich auch im Sinne sozialer zeitgenössischen, von BIPOC*-Communities geprägte Tanzformen wie Krumping und Hip Hop. Bewegungsformen sind, nebst der Thematik des Stücks, von “kathartischen” Prozessen und natürlichen Metamorphosen, sowie vom Gefühl von Gemeinschaft inspiriert. All diese Elemente zerfliessen durch zeitgenössischen Tanz und Noise in einem kathartischen Prozess des Füreinanderdaseins.
Besetzung:
Liz Ness -- Musik I Performance I Co-Konzept I Co-Produktion
Pablo Conca -- Tanz I Performance I Co-Konzept I Co-Produktion
Lorenz Jost -- Lichtdesign I Lichttechnik
Noa Terry Veitía -- Styling
Io Lascar -- Fotografie
Anika Müggler – Flyer
Arlette Dellers & Pia Ringel – Auge von Aussen
Eintritt: 15 / 20 / 25 CHF (nur Barbezahlung möglich)
Vorverkauf: Online: Link
Webseite: Link
Instagram: @concapablo / @hyphen_collect