Mit "Placebo" hat sich die Band an die Spitze der damaligen Charts gespielt, denn sie lieferten mit ihrem Debüt damals 1996 quasi einen Gegenentwurf zur vorherrschenden kulturellen Stimmung. Placebo hebten sich ab, sie waren provokativer als Andere in ihrem Genre, und sie machten Sexualität, Androgynität, Entfremdung und Sucht zu Themen ihrer Songs. Damit stellten sie einen krassen Gegensatz zu einem Grossteil der britischen Gitarrenmusik dieser Zeit dar, welche sich hauptsächlich auf jugendliche Nostalgie und nationale Identität fokussierte.
Durch dieses Ausscheren vom Mainstream, aber auch durch ihr androgynes Erscheinungsbild eroberten sie schnell auch die LGBTI+ Community. Offen sprachen sie über queere Erfahrungen, stellten traditionelle Geschlechterrollen in Frage und damit gaben sie vielen Fans von marginalisierten Gruppen eine Stimme. Sie liessen es sich auch nicht nehmen in LGBTI+ feindlichen Ländern wie Russland zu performen und dabei auf der Bühne lautstark ihre Stimme für die Rechte der Queer Community zu erheben.
Brian Molko und Stefan Olsdal gehen in diesem Jahr auf eine ausgedehnte Stadiontour um ihr 30-jähriges Jubiläum zu feiern. Dabei werden sie vor allem Songs ab ihren beiden ersten Alben Placebo und Without You I'm Nothing spielen, einige davon wurden seit mehr als 20 Jahren nicht mehr live auf einer Bühne performt. Mit dabei haben sie auch Placebo RE:CREATED, eine Neuauflage des damaligen Albums.