ONLINE: Bekommt OnlyFans nun queere Konkurrenz?
Exklusive Bilder und Videos von den verschiedensten Creators gegen eine monatliche Gebühr anzuschauen und dabei die Möglichkeit zu haben, mit ihnen direkt in Kontakt zu treten: Damit sind sich OnlyFans und der ultraviolet.club ähnlich. OF gehört dabei mittlerweile zum weltweiten Standard und richtet sich schlicht an alle, sowohl was Creators betrifft wie auch deren Follower. Der uv.club hingegen ging 2024 online, richtet sich aber expliziter an die LGBTI+ Community, wächst derzeit enorm schnell, und dies wird unter anderem damit gefördert, indem gezielt Kooperationen etwa mit Models, Sportler:innen oder mit Reise-Influencer:innen eingegangen werden.
Während bei OnlyFans aber sehr explizite Inhalte bis hin zu Pornografie erlaubt sind, so sind bei uv.club sämtliche Inhalte, welche nur für Erwachsene zugelassen sind und beispielsweise Personen komplett nackt zeigen, verboten. Sexy Content ist aber trotzdem auch bei uv.club möglich, einfach mehr in Form von sogenannten „Thirst Trap“-Fotos.
Doch weshalb diese Regelung bei uv.club? Während OnlyFans eine reine webbasierte Applikation ist, auf die nur via Webbrowser zugegriffen werden kann, so ist uv.club aufgrund dieser Einschränkungen betreffend der Inhalte auch in den App Stores als iOS- oder Android-App erhältlich. Dies führt auch dazu, dass die App streng moderiert wird und explizite Inhalte konsequent löscht. Statt auf Adult Content und Pornografie setzt uv.club dabei seinen Fokus verstärkt auf die Chatfunktionen und den persönlichen Austausch, damit User einfacher mit den Creators in Kontakt treten können.
Die Content Creators von ultraviolet.club werden zudem anhand bestimmter Kriterien ausgesucht. Um sich überhaupt bewerben zu können, müssen sie beispielsweise mindestens 10‘000 Follower in den bekannten sozialen Netzwerken vorweisen können. Weiter müssen sie nachweisen, dass sie fleissig mit ihrer Community interagieren. Daraufhin müssen sie genehmigt werden, damit sie ihre Inhalte anbieten können. Damit soll sichergestellt werden, dass die Creators etwas zum uv.club beitragen und die Plattform auch tatsächlich aktiv für ihre Follower nutzen.
OnlyFans hingegen setzt auf die grosse Masse und alle können ein Konto eröffnen, solange sie mindestens 18-jährig sind. Dies führt dazu, dass die Konkurrenz unter den OnlyFans-Creators riesig ist und es entsprechend schwierig ist, überhaupt aufzufallen.
Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft vor allem die Creators: Der Datenschutz und der Schutz des eigenen Inhalts werden bei uv.club nämlich stärker beachtet als bei OnlyFans. So werden bei uv.club durch die App Bildschirmaufnahmen und Screenshots technisch verunmöglicht, damit werden die Inhalte der Creators besser geschützt und sie können ihre Exklusivität besser gewährleisten. Zwar sind Screenshots bei OnlyFans ebenfalls grundsätzlich verboten, aber sie lassen sich nicht verhindern.
Wie bei OnlyFans, so können die User auch beim uv.club monatliche Abos kaufen, um den Creators zu folgen und deren exklusive Inhalte zu sehen. Für die Content-Anbieter dürfte dabei aber interessant sein, dass uv.club die Einnahmen sofort an die Creators ausbezahlt, während OnlyFans das Geld jeweils zwischen einer und drei Wochen zurückbehält. Grundsätzlich behalten beide Plattformen unter dem Strich mindestens 20 Prozent des Umsatzes eines Creators als Gebühren für sich.
Ob ultraviolet.club tatsächlich zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für OnlyFans heranwächst, muss sich zeigen. Ob die bessere Interaktion mit den Creators das Fehlen von expliziten Inhalten wettmachen kann, ist dabei wohl die Frage. Für Creators dürfte aber der bessere Schutz ihrer Inhalte ebenso interessant sein wie auch die schnellere Auszahlung der Einnahmen. Für User wiederum dürfte es interessant sein, dass uv.club durch das Bewerbungsverfahren bereits eine Art Vorauswahl bei den Creators trifft.