TRAVEL: Gay Cruise darf nicht in der Türkei anlegen

TRAVEL: Gay Cruise darf nicht in der Türkei anlegen
Eigentlich sollte das Schiff der Atlantis Cruise in der kommenden Woche in Kuşadası und in Istanbul anlegen, doch daraus wird nichts: Die türkischen Behörden haben der Gay Cruise nun aber die Einfahrt in die beiden Häfen verweigert, und auch eine Broadway- und LGBTI+ Ikone ist mächtig wütend darüber...

Von Athen nach Venedig, in zehn Tagen durchs Mittelmeer, so wurde die Atlantis Cruise angepriesen. Am 5. Juli wird in Athen gestartet, und darauf wäre die Türkei als nächster Stop der Gay Cruise geplant gewesen, erst in Kuşadası südlich von Izmir, und danach Istanbul. Doch daraus wird nichts, wie der Veranstalter mitteilt. Die türkischen Behörden hätten dem Kreuzfahrtschiff Scarlet Lady das Anlegen verweigert. 

An Bord des Schiffs befinden sich rund 1'900 Passagiere, die meisten gehören zur LGBTI+ Community und mehr als die Hälfte kommt dabei aus den USA, ebenfalls zahlreich Vertreten sind zudem Gäste aus Australien, Grossbritannien und Kanada. Wie die türkischen Behörden mitteilen, seien die Verhaltensweisen dieser Passagiere bekannt und diese seien mit dem Gefüge in der türkischen Gesellschaft und mit deren moralischen Standards, sowie mit den Familienwerten nicht zu vereinen. 

Doch dem noch nicht genug: In Istanbul haben die Behörden zudem auch eine der ältesten Gay Bars der Stadt geschlossen. Angeblich wurde in Broschüren der Gay Cruise für diese Bar beworben. Sowohl Atlantis Cruise wie auch die Bar bestreiten dies allerdings.

Atlantis Events hat die Gäste kurz vor der Abfahrt in Athen über die Situation aufgeklärt und mitgeteilt, dass die Umstände ausserhalb ihrer Kontrolle liegen und beide Zwischenstops von den türkischen Behörden abgesagt wurden. Stattdessen werde man nun Kreta und Ägypten anlaufen. In Ägypten soll es die Möglichkeit geben, Ausflüge nach Kairo zu machen. Es stellt sich aber die Frage, ob eine Gay Cruise in Ägypten tatsächlich mehr willkommen ist, sind doch die dortigen Behörden dort für die strenge Verfolgung queerer Menschen bekannt.

Der CEO von Atlantis Events, Rich Campbell, zeigte sich überrascht über die Reaktion aus der Türkei. Es sei besorgniserregend, wenn ein Land beschliesst, selber zu entscheiden, welche Touristen noch einreisen dürfen und welche nicht. Es sei das erste Mal in der 36-jährigen Geschichte von Atlantis, dass ihnen mitgeteilt worden sei, dass sie in einem Land nicht anlegen dürfen. Man sei schliesslich keine politische Organisation, sondern man wolle nur Ausflüge unternehmen, Spass haben und Geld ausgeben, und man begegne allen Kulturen vor Ort mit grossem Respekt, so Campbell.

Empört über die Reaktion der türkischen Behörden ist aber noch jemand anders: Broadway- und LGBTI+ Ikone Patti LuPone. In einem Post in den Sozialen Medien erklärt sie, dass sie schockiert sei, dass jene Cruise, auf welcher sie performen werde, nicht in der Türkei anlegen dürfe. Es sei ein bezauberndes Schiff voller schwuler Männer - und mit ihr. Das Anlegen wurde nur deswegen abgelehnt, weil bestimmte Menschen an Bord seien, so LuPone. Sie sei bereit für all die wunderbaren Männer auf der Atlantis Cruise aufzutreten, die so viel Besseres verdient haben, als das.