EUROPA: Der Eurovision hat für die Ausgabe 2027 seine Regeln angepasst
Jeweils nach einem Eurovision Song Contest werden die Regeln für den Wettbewerb überprüft und nötigenfalls angepasst. In diesem Jahr wurden gleich mehrere Änderungen und Präzisierungen vorgenommen. Dabei wurde unter anderem auch die aktuell angespannte politische Lage mitberücksichtigt.
So soll mit den neuen Regeln verhindert werden, dass ein Gewinnerland den Eurovision austragen kann, wenn ernsthafte Sicherheitsbedenken bestehen und eine sichere Durchführung nicht gewährleistet werden kann. Neu wird ein Gewinnerland automatisch von der Austragung ausgeschlossen, wenn es einen bewaffneten Konflikt im Land oder in der unmittelbaren Region gibt, wenn eine heikle geopolitische Lage besteht oder wenn andere Umstände die Stabilität und die Sicherheit im Land oder der Region gefährden.
Ein Gremium soll darüber bestimmen, ob ein Gewinnerland den ESC ausrichten darf. Ist dies aufgrund der Sicherheit oder wegen anderen Bedenken nicht möglich, dann wird die European Broadcasting Union, kurz EBU, einen anderen Sender bestimmen, der Host des ESC wird. Damit wird die gesamte Verantwortung dem neuen Sender übertragen und die Veranstaltung findet komplett losgelöst vom Sender des Gewinnerlandes statt.
Betreffend dem Live-Gesang wurden die Bestimmungen ebenfalls angepasst. Die Hauptmelodien müssen von den Sänger:innen weiterhin live gesungen werden. Playbacks und vorher aufgenommene Elemente dürfen zudem nur verwendet werden, wenn der Hauptgesang damit nicht übermässig unterstützt oder gar ersetzt wird. Damit will die EBU die geltenden Regeln für die Sender, aber auch für die Produzenten und Songwriter:innen präzisieren.
Als weitere Regeländerung wurde das Mindestalter der Künstler:innen erhöht. Da ein Auftritt beim ESC mit einem enormen öffentlichen Druck einher geht, müssen die Teilnehmenden neu bei der ersten Probe mindestens 18 Jahre alt sein. Damit soll der Schutz von jungen Künstler:innen verbessert werden. Zuvor lag das Mindestalter bei 16 Jahren.
Wie die EBU erklärt, entwickle sich der Eurovision Song Contest ständig weiter, und es sei ein wichtiger Bestandteil, dass das geltende Regelwerk jährlich überprüft werde. Dabei orientiere man sich jeweils auch am Feedback, dass man von den einzelnen Mitgliedern erhalte. Mit den Änderungen sollen die Beteiligten mehr Klarheit erhalten, und Künstler:innen sollen besser geschützt werden, damit der Wettbewerb auch weiterhin ein sicheres und einladendes Umfeld für alle bietet.