ITALIEN: Kulturministerium verweigert Unterstützung für den Queer Lion in Venedig
Ab 2019 verzichete das Filmfestival in Venedig darauf, für den Queer Lion institutionelle Schirmherrschaften zu beantragen. In diesem Jahr feiert der LGBTI+ Filmpreis aber seine 20. Verleihung, und deshalb entschieden sich die Organisator:innen bereits kurz nach dem letzten Filmfestival im vergangenen Jahr dazu, wieder Anträge zu stellen um die Kulturministerien des Landes, der Region Venezien und der Stadt Venedig wieder mit an Bord zu holen.
Luca Zaia von der Region Venezien gab bereits im vergangenen November Grünes Licht für die Schirmherrschaft und die Unterstützung des Queer Lion, und im Juli folgte auch die Zusage von der Stadt Venedig. Eine Antwort vom nationalen, italienischen Kulturministerium blieb jedoch aus. Da die Filmfestspiele Venedig wie gewohnt im September, in diesem Jahr vom 2. bis zum 12., stattfinden, fragten die Verantwortlichen schliesslich beim Ministerium an, und sie erhielten prompt eine Absage.
Es ist ein weiteres klares Zeichen der aktuellen Regierung gegen die LGBTI+ Community, denn die Anfrage über die Schirmherrschaft für den Preis ist nicht mit finanziellen Mitteln verbunden, es geht also weder um Subventionen noch um Steuerbefreiung. Die Schirmherrschaft hat einzig eine symbolische, und auch politische Bedeutung, um den Preis an sich, aber auch das queere Filmschaffen entsprechend zu würdigen. Einen unmittelbaren Einfluss auf die Durchführung des Queer Lion 2026 hat die Absage aber nicht.
Zu den in Venedig mit dem queeren Filmpreis ausgezeichneten Filmen gehören unter anderem A Single Man von Tom Ford, Stephen Frears Philomena mit Judi Dench in der Hauptrolle, oder auch The Danish Girl mit Eddie Redmayne und Alicia Vikander.