SPORT: Prügelattacke gegen schwulen Judoka - hohe Strafe für Angreifer
Der Vorfall ereignete sich anfangs September in der Leipziger Sporthalle Brüderstrasse. Der deutsche Olympiateilnehmer Timo Cavelius vom TSV Abensberg kämpfte im Ring gegen den Georgier Akaki Japaridze, der vom JC Leipzig als Gastkämpfer eingeladen wurde. Cavelius gewann, doch unvermittelt nach dem Kampf wurde er vom unterlegenen Japaridze angegriffen - und dies vor laufenden Kameras.
Cavelius feierte seinen Sieg offenbar mit einer provozierenden Geste, worauf Japaridze durchstartete. Er schlug den deutschen Judoka dreimal mit der Faust und verletzte ihn dabei so schwer, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Wegen des erlittenen Kieferbruchs verpasst Timo Cavelius nun auch die Weltmeisterschaften in Baku.
Gegen den 24-jährigen Georgier wurden darauf gleich mehrere Verfahren eingeleitet: Einerseits vom Deutsche Judo-Bund (DJB), vom georgischen Judoverband, vom Judoweltverband IJF sowie abseits des Sports, ein strafrechtliches Verfahren ebenfalls in Deutschland. Als erstes liegt nun die Entscheidung des Deutschen Judo-Bund (DJB) vor: So erhielt Japaridze eine lebenslange Sperre für die deutsche Bundesliga. Er darf somit weder für einen Verein in der höchsten Liga des DJB angemeldet werden, noch darf er dort kämpfen.
In ihrer Entscheidung nahm der Deutsche Judo-Bund auch Stellung zum Instagram-Post, welcher der Georgier nach der Attacke veröffentlichte. Darin schreibt er, dass er sich der Verantwortung für sein Handeln nicht entziehen werde. Er begründete seine Tat zudem mit dem ehrverletzenden Verhalten seines Gegners, und es sei keine emotionale Tat gewesen, welche mit der Niederlage zu tun habe. Der DJB erklärte dazu, dass es mit den Grundprinzipien des Sports nicht zu vereinen sei, dass eine solch schwerwiegende Körperverletzung relativiert oder gar verteidigt werde.
Die übrigen Urteile stehen noch aus. Japaridze droht dabei ein weltweites Wettkampfverbot.