TAIWAN: Razzia in Gay Bar hat erste Konsequenzen bei der Polizei
Gegen 500 Personen aus der LGBTI+ Community zeigten ihren Unmut gegen die Razzia in der Schwulenbar Commander D, welche vor allem ein beliebter Treffpunkt der Fetisch-Szene ist, und protestieren vor der dafür zuständigen Polizeiwache in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Nun meldete sich die Polizei diesbezüglich zu Wort, und erklärte, dass die Aktion zwar rechtmässig war, es aber Fehlverhalten von einigen Sicherheitskräften gab.
So erklärte der Präsident der Polizei von Taipeh, Lin Yen-tien, dass die Razzia mittels richterlichem Beschluss stattfand und damit rechtens war. Es habe insgesamt bereits 13 Beschwerden wegen angeblichen Verstössen gegen die öffentliche Moral und Sitte gegen das Lokal gegeben. Weiter rechtfertigte er die Aktion auch damit, dass man bei der Razzia auch tatsächlich nackte Personen sowie benutzte Kondome vorgefunden habe.
Er räumte aber auch ein, dass es unangemessene Bemerkungen von gewissen Beamten gegeben habe. So versprach Lin diesbezüglich, dass man nun die Schulungen betreffend Diversität und Inklusion verstärken werde, damit alle Bürger:innen durch die Polizei gleich behandelt werden.
Wie Lin weiter erklärte, habe es in der Folge dieser Razzia gegen sechs Mitarbeitende der Polizei disziplinarische Massnahmen in Form von Verwarnungen gegeben. So hätten vier Beamte jeweils zwei Verwarnungen erhalten, da sie sich während der Aktion unangemessen und abschätzig geäussert hätten, so Lin. Weil der leitende Beamte vor Ort diese Kommentare nicht umgehend geahndet habe, sei auch er verwarnt worden. Zudem sei auch der Leiter der lokalen Polizeistation im Stadtviertel Wanhua, Chen Yung-hua, zweifach verwarnt worden wegen unzureichender Aufsicht.
Selbst der Bürgermeister von Taipeh meldete sich zu Wort und erklärte, dass alle Personen gleich geschützt werden und die gleichen Rechte haben, egal welches Alter, Geschlecht, welche Identität oder sexuelle Orientierung die Personen haben. Weiter bezeichnete er die Vorfälle als bedauerlich und erklärte, dass jegliches Fehlverhalten im Dienst gründlich aufgeklärt werde und die Disziplin innerhalb der Polizei verschärft werde. Weiter entschuldigte er sich bei den Betroffenen. Taipeh sei und bleibe eine LGBTI+ freundliche und inklusive Stadt.
Die Razzia löste gerade in der LGBTI+ Community auch Bedenken und Sorgen aus. Verschiedenste queere Organisationen meldeten sich nach Bekanntwerden von Details zu Wort und erklärten auch, dass man die Reaktion der Regierung auf diese Aktion genau beobachten werde. Dies gelte insbesondere auch für die bevorstehende Pride, welche am 31. Oktober stattfinden wird.