USA: Der Coachella-Inhaber spendet wieder für queerfeindliche Politik

USA: Der Coachella-Inhaber spendet wieder für queerfeindliche Politik
Das Coachella gehört zu den derzeit angesagtesten Music Festivals der Welt: Es ist auch ein Highlight für viele Queers und jedes Jahr treten zahlreiche LGBTI+ und ihre Verbündeten dort auf. Doch hinter dieser weltoffenen und inklusiven Fassade verbirgt sich ein äusserst konservativer Besitzer, und der spendet sein Geld auch entsprechend...

Das Coachella Festival 2026 war erneut innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft, und unter anderem mit Sabrina Carpenter, Karol G, The XX, Justin Bieber und FKA Twigs, standen und stehen auch diesmal wieder bei LGBTI+ beliebte Stars und Allys auf der Bühne, welche ensprechend viele Queers ins Coachella Valley in Kalifornien locken. Doch diese weltoffene, liberale und inklusive Welt, welche Coachella vorgibt, bekommt rasch Risse, wenn man den Besitzer der Muttergesellschaft hinter dem riesigen Event anschaut.

Der Veranstaltung ist quasi im Besitz der Anschutz Corporation und diese wiederum gehört dem Namensgeber Philip Anschutz, ein Milliardär mit rechtsgerichteten, konservativen Ansichten. Laut der investigativen Nachrichtenwebseite Popular Information nutzt er sein Geld, und auch mit Coachella verdient er ziemlich viel, um entsprechende politische Parteien und Organisationen zu unterstützen. 

Wie die Webseite nun berichtet, hat die Anschutz Corporation am 3. April rund 375'000 Dollar, rund 293'000 Dollar, an den Congressional Leadership Fund (CLF) gespendet. Dieser Super-PAC supportet republikanische Politiker:innen, welche sich für das Repräsentantenhaus aufstellen lassen wollen. Zudem gingen am gleichen Tag auch nochmals 250'000 Dollar, rund 195'000 Franken, raus, diesmal an den Senate Leadership Fund (SLF). Dieser Super-PAC sammelt Geld um dafür zu sorgen, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Senat auch nach den Midterms im kommenden November halten können.

Bereits zwei Tage früher spendete die Firma zudem rund 100'000 US-Dollar, etwa 78'000 Schweizer Franken, an die Republican Attorneys General Association (RAGA), sowie weitere 125'000 US-Dollar, in etwa 98'000 Franken, gingen an die Republican Governors Association (RGA). Diese Organisation unterstützt den Wahlkampf von republikanischen Gouverneuren im ganzen Land. Obwohl es von diesen Organisationen jeweils auch ein Pendant bei den Demokraten gibt, spendete die Anschutz Corporation keinen Dollar an diese.

Durch diese Spenden unterstützt die Anschutz Corporation auch ziemlich direkt Politiker:innen auf republikanischer Seite, welche derzeit nonstop Angriffe gegen die Queer Community starten, welche zahlreiche Anti-LGBTI+ Gesetze auf den Weg gebracht haben und damit den Hass auf queere Menschen schüren. Weiter unterstützt die Firma Abtreibungsgegner und Politiker:innen, welche eine äusserst feindliche Migrationspolitik vertreten.

Bereits 2017 kam die Anschutz Corporation in die Kritik, weil sie früher Gelder unter anderem an Alliance Defending Freedom und den Family Research Council spendete. Beide gelten als LGBTI+ feindliche Hassorganisationen. Damit konfrontiert, erklärte Philip Anschutz damals, dass er die Spenden an diese Anti-LGBTI+ Organisationen sofort gestoppt habe. Weiter betonte er auch, dass er ganz klar die Rechte aller Menschen unterstütze, unabhängig ihrer sexuellen Orientierung.

Das Unternehmen betont zudem, dass die Spenden, welche man tätige, nicht unbedingt bedeuten, dass man auch die politischen Standpunkte dieser Organisationen unterstütze. In diesem Jahr waren es somit erneut 850'000 US-Dollar, welche garantiert nicht für den Support der Rechte queerer Menschen ausgegeben wurden, obwohl das Festival, und damit auch die Anschutz Corporation massiv von der Community profitieren.