USA: Schwuler Vater schlug MAGA-Influencer - Klage fallen gelassen

USA: Schwuler Vater schlug MAGA-Influencer - Klage fallen gelassen
Das Video ging viral: Zwei Väter gingen mit ihrem Baby in Los Angeles spazieren, als sie von einem selbsternannten MAGA-Influencer aufs übelste provoziert wurden. Er liess auch nicht locker, obwohl sich das Paar von ihm entfernen wollten. Dann schlug einer der Väter zu, was ihm eine Anzeige einbrachte. Nun wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft keine Anklage erhebt.

David Vulin und sein Ehemann Anthony gingen mit ihrem Sohn in Los Angeles spazieren, als sie von einem Mann mit Kamera angesprochen werden. Dabei handelte es sich um den konservativen Streamer und selbsternannten MAGA-Influencer Ryley Niemi.

Unter dem Vorwand eines CNN-Interviews, begann er das Paar mit Fragen über ihre Familie zu löchern. Dabei wurde seine Agenda schnell klar, und er begann das Paar aufs übelste zu provozieren. So fragte er nach, wie sie ihr Kind ohne Mutter erziehen, ob es nicht seltsam sei, dass sie ein Kind haben, obwohl keiner von ihnen eine Frau sei, und ob sie einer Frau 50‘000 Dollar bezahlt haben, damit sie schwanger wird.

Schliesslich legte Niemi ihnen sogar Kindesmissbrauch nahe. So behauptete er, dass Statistiken zeigen würden, dass schwule Männer viel häufiger Kinder missbrauchen würden. Obwohl, wie es das Video klar zeigt, sich das Paar von ihm entfernen wollte, liess er nicht locker, und dann wurde es handgreiflich.

Vulin wurde darauf wegen Verdacht auf Körperverletzung und Sachbeschädigung festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft nun bestätigt hat, wurde der Fall aussergerichtlich gelöst und somit gebe es auch keine Anklage. Ein Gericht hat zudem erklärt, dass die Details zur aussergerichtlichen Einigung mit der Staatsanwaltschaft, sowie die Akte rund um die Verhaftung von Vulin versiegelt werden und somit nicht mehr einsehbar sind.

David Vulin und sein Ehemann Anthony liessen via einem Anwalt ausrichten, dass sie erleichtert seien. Gleichzeitig seien sie aber auch enttäuscht, dass die Person, welche während dieser Begegnung derart provoziert habe, keine Konsequenzen zu befürchten hat und mit den Filmaufnahmen sogar noch Geld verdienen konnte. Sie würden sich von Niemi ausgenutzt fühlen, da diese Interaktion nur für virale Inhalte provoziert wurde.

Die Solidarität mit der Regenbogenfamilie war enorm: Schon kurze Zeit nachdem der Fall öffentlich bekannt wurde, kamen via einer GoFundMe-Aktion bereits mehr als 200‘000 US-Dollar zusammen um die Anwalts- und Gerichtskosten zu decken.

Bild: © GoFundMe -  “Help David Secure Legal Representation”