GESUNDHEIT: Aids-Hilfe Schweiz stellt neuen Weg im Kampf gegen HIV/Aids vor
Die letzten Meter sind die schwierigsten, dies gilt auch in der HIV-Prävention. Zwar liegt das erklärte Ziel der Schweiz noch immer in Reichweite, doch die aktuellen Fallzahlen zeigen, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen derzeit bei rund 300 bis 400 Fällen pro Jahr stagniert. Die Aids-Hilfe Schweiz will daher neue Wege gehen und präsentiert bei der internationalen Aids-Konferenz in Rio de Janeiro einen neuen Ansatz für die Prävention.
So hat ein Pilotangebot zwischen November 2024 und November 2025 gezeigt, dass mit kostenlosen HIV-Selbsttests Menschen erreicht werden können, welche bestehende Testangebote bislang wenig oder gar nicht nutzten. Dabei richtete sich dieses Projekt an Männer, die Sex mit Männern haben, und insgesamt 1'344 HIV-Selbsttests wurden bestellt.
So zeigte sich unter anderem, dass 60 Prozent der Bestellungen aus den ländlichen Regionen der Schweiz stammten, was die bislang bestehenden geografischen Hürden gesenkt hat. Doch es zeigte sich auch, dass 11.2 Prozent jener, welche dieses Angebot genutzt haben, zum ersten Mal überhaupt einen HIV-Test gemacht haben. Wichtige Faktoren dabei dürften sicherlich die Anonymität, Diskretion und die Privatsphäre gewesen sein.
Der Bestellung wurde zudem jeweils ein Informationsblatt beigelegt mit den Kontaktdaten zu den nächsten Beratungsstellen. Dabei hat es sich bei der Auswertung gezeigt, dass 12.6 Prozent der Befragten nach der Nutzung eines Selbsttests danach eine Beratungsstelle aufgesucht haben.
HIV-Selbsttests seien kein Ersatz für spezialisierte Test- und Beratungsangebote, aber eine wichtige Ergänzung, um unterversorgte Gruppen für HIV-Prävention zu motivieren, unterstreicht auch Marc Eggenberger, Projektleitung seitens der Aids-Hilfe Schweiz. Solche Beratungsangebote stellen beispielsweise die Checkpoints in verschiedensten Städten der Schweiz dar, welche sich auf die Gesundheit queerer Menschen fokussieren. Auch dies zeigt die Studie, denn fast die Hälfte gab an, dass sie für eine persönliche Beratung bevorzugt einen Checkpoint aufsuchen eben gerade weil es ein Community-Angebot ist.
Finanziert wird das Projekt mit den HIV-Selbsttests in erster Linie via Spendengeldern, welche die Aids-Hilfe Schweiz sammelt. Die Organisation wird zudem auch mit finanziellen Mitteln durch den Bund ausgestattet. Gerade aktuell, quasi auf der Zielgerade, ist es enorm wichtig in HIV/Aids-Projekte zu investieren, doch leider passiert in vielen Ländern gerade das Gegenteil. Insbesondere in den USA wurden die Gelder massiv zusammengestrichen, was weltweite Konsequenzen hatte. Verschiedenste Staaten, insbesondere in Afrika, mussten darauf ihre HIV/Aids-Programme massiv kürzen oder gar ganz einstellen.
Bild: © Checkpoint Zürich
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Weiter gibt es in Zürich beim Drogeninformationszentrum DIZ auch die Möglichkeit für Drug Checking und Beratung. Weitere Informationsangebote für die Community in Bezug auf Drogen findest Du zudem unter anderem in Bern, Basel, Genf, Luzern und Lausanne.