GESUNDHEIT: Was Du über Mitragynin und Kratom-Tee wissen solltest…

GESUNDHEIT: Was Du über Mitragynin und Kratom-Tee wissen solltest…
Psychoaktive Substanzen sind in der LGBTI+ Community verbreitet, dazu gehört auch Mitragynin, dessen Konsum gerade in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Dass dies aber auch gravierende Folgen haben kann, zeigte der Tod des bekannten Adult Content Creators Christian Styles im Alter von nur gerade 29 Jahren.

Aus der südostasiatischen Tropenpflanze Kratom können zwei psychoaktive Substanzen gewonnen werden, Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin. Die Zahlen in Bezug auf Komplikationen und Vergiftungen mit diesen Substanzen, insbesondere mit dem stärker verbreiteten Mitragynin, lassen aufhorchen: Zwischen 2015 und 2025 sind die Fälle alleine in den USA von 258 auf 3’434 angestiegen, dies entspricht einer Zunahme von 1200 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts. Auch die Todesfälle sind förmlich explodiert. Während 2010 noch kein Fall bekannt war, so waren es 2023 bereits 158 Todesfälle in den USA.

Wie diese Zahlen zeigen, ist der Konsum und die Verbreitung in den vergangenen wenigen Jahren stark angestiegen. Gerade weil die Substanz von einer Pflanze stammt und wie ein natürliches Schmerzmittel wirkt, wird es von vielen als sichere Alternative für Symptome beim Opioidentzug angesehen. Doch es birgt durchaus Gefahren mit gravierenden Auswirkungen.

Es muss zwar unterstrichen werden, dass Todesfälle, welche ausschliesslich auf Substanzen der Kratompflanze zurückzuführen sind, nach wie vor selten sind, doch bei Mischkonsum kann es gefährlich werden, etwa in Kombination mit Alkohol, Stimulantien, Opioiden oder Benzodiazepinen. Dies betrifft vier von fünf Todesfällen.

Der Autopsiebericht des Gerichtsmedizinischen Instituts von Wayne County hat beispielsweise ergeben, dass der bekannte Adult Content Creator Christian Styles an Mischkonsum verstarb. Der 29-Jährige hatte Mitragynin zusammen mit Alkohol eingenommen. Durch die gemeinsame Einnahme von beiden Substanzen steige das Risiko eines plötzlichen Todes, wird im Bericht hervorgehoben.

Doch wie ist das Produkt erhältlich und welches sind die Wirkungen? Mitragynin wird vor allem als konzentriertes Pulver in Umlauf gebracht, welches aus den Blättern der Pflanze gewonnen und in Kapseln abgefüllt wird. Da das Pulver schlecht löslich ist und eher bitter schmeckt, gibt es auch Kratom-Tee. In hohen Dosen hat der Wirkstoff eine sedierende Wirkung, und kann zu psychotischen Symptomen, sowie zu Abhängigkeit führen, sowohl psychisch wie auch physisch.

In niedrigen Dosen wirkt das Pulver hingegen stimulierend und leistungssteigernd. Konsument:innen erklärten, dass sie sich wacher fühlten, sich ihre Stimmung verbessert hat und sie sich auch geselliger fühlen. Aus diesem Grund wird Mitragynin kaum in der ChemSex-Szene verwendet und es ist auch keine klassische Partydroge. Vielmehr wird das Pulver im Alltag verwendet, etwa um Stress abzubauen, die Stimmung aufzuhellen oder Angstzustände zu verhindern.

Neben der Abhängigkeit können auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Herzrasen, Schwindel oder Verstopfung auftreten. Weiter können beim Konsum über einen längeren Zeitraum auch Nieren- und Leberschäden auftauchen, und es kann bis hin zu epiletischen Anfällen kommen.

Der Konsum und der Verkauf von Mitragynin, wie auch von 7-Hydroxymitragynin, dem zweiten Wirkstoff aus der Kartompflanze, ist in der Schweiz seit 2017 verboten und strafbar.

In Deutschland ist Mitragynin hingegen nicht im Betäubungsmittelgesetz, es darf aber aufgrund von EU-Vorgaben nicht als Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden und ist auch nicht als Arzneimittel registriert. Es ist aber teilweise als Kratom-Pulver erhältlich, etwa unter dem Begriff pflanzliches Farbpigment. In Österreich wiederum wird es ähnlich gehandhabt. Innerhalb der EU sind die Kratom-Wirkstoffe in 12 Ländern streng verboten, darunter Frankreich, Italien, Polen, Finnland, Schweden, Irland und Dänemark. Während diese Substanzen der Kratompflanze in UK ebenfalls verboten sind, gibt es in den USA keine einheitliches Bild: In gewissen Bundesstaaten sind diese Wirkstoffe legal erhältlich, in anderen wiederum gibt es aber auch strikte Verbote.