GESUNDHEIT: Was ist Monkey Dust und was Du darüber wissen musst
Seit einigen wenigen Jahren taucht Monkey Dust vermehrt bei Chemsex-Parties und in Sexclubs auf, jedoch bislang kaum in der generellen Partyszene. Dies vor allem in England, dabei in London und Manchester, sowie auch in Berlin. In den meisten Fällen wird damit die stark aufputschende Substanz MDPHP oder auch MDPV bezeichnet, doch es gibt auch leicht chemische Abwandlungen davon. Sie gehören zu den synthetischen Cathinone. Dabei kommt Monkey Dust als feines oder kristallines Pulver vor, welches in der Farbe von weisslich bis gelblich, beige variieren kann. Der Geruch bei manchen Arten soll zudem an Sperma erinnern. Es sind aber auch Pillen und Kapseln im Umlauf. Monkey Dust ist zudem vergleichsweise günstig erhältlich.
Ähnlich wie Crystal Meth kann die Substanz zudem auch als stärkere Version von Speed angesehen werden, oder von Mephedron und 3-MMC, auch bekannt als Mephi, Mephe oder M-Cat/ Mkat, schreibt Sidekicks.Berlin. Wobei der Konsum von Monkey Dust mit einem höheren Risiko verbunden ist. In den queeren Dating Apps wird für die Substanz jeweils das Affen-Emoji verwendet. Monkey Dust wird dabei meist geraucht, kann aber auch oral geschluckt oder rektal eingeführt, sowie durch die Nase gezogen oder intravenös gespritzt werden. Dies hängt dabei vor allem damit zusammen, wie die Substanz vorliegt, denn MDPHP gibt es als freie Base oder als Salz. Erstere Variante ist dabei nicht wasserlöslich und wird daher meist rektal oder durch die Nase eingenommen.
Da die Substanz in Europa eher neu ist, gibt es bislang auch noch kaum wissenschaftliche Daten, geschweige denn Langzeitstudien. Die meisten Informationen zu Wirkung und Nebenwirkungen stammen daher von persönlichen Erfahrungsberichten von den Konsument:innen selber. Auffällig ist aber, dass viele, welche Monkey Dust ausprobiert haben, davon berichten, dass sie sofort abhängig wurden, das heisst, dass die Substanz einen starken Nachlegedrang auslöst, und dies, obwohl bereits heftige Nebenwirkungen spürbar waren.
Die Substanzen sind in unterschiedlichen Konzentrationen im Umlauf, was eine genaue Dosierung schwierig macht. Oftmals wird Monkey Dust zudem auch mit anderen Substanzen gestreckt. Die orale Einnahme birgt dabei das geringste Risiko, beim Rauchen tritt bereits nach kurzer Zeit ein Kick ein, doch dies führt dazu, dass ein starker Nachlegedrang auftritt. Beim Sniefen durch die Nase wird eine niedrigere Dosierung als bei anderen ähnlichen Substanzen benötigt, ansonsten können neben stärkerer Wirkung auch schneller negative Nebeneffekte auftreten.
Die Wirkung von Monkey Dust ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und ist von verschiedenen Faktoren abhängig wie etwa von Grösse und Gewicht, von der Dosis, der Reinheit respektive des Wirkgehalts, der Gewöhnung, sowie auch vom Mageninhalt, also was und wieviel man vorher gegessen und getrunken hat. Aber auch das Umfeld und die psychische, und die physische Verfassung spielt eine Rolle. Dabei kann Monkey Dust die Lust auf Sex erhöhen, das Selbstbewusstsein und die Kontakt-, wie auch die Kommuniktationsfreudigkeit stärken, Euphorie auslösen, das Einschätzen von Risiken vermindern, sowie stimulierend und enthemmend wirken. Es ist etwa auch davon die Rede, sich "übermenschlich stark" zu fühlen. Weiter kann das Hunger- und Durstgefühl unterdrückt werden, sowie die Wachheit gefördert werden. Die Wirkungsdauer ist schwierig vorherzusagen, doch man kann laut Erfahrungsberichten mit bis zu zwölf Stunden rechnen.
Der Konsum kann aber auch nicht zu unterschätzende Neben- und Langzeitauswirkungen haben. Dazu gehören Herzrasen, Angstzustände, Bluthochdruck, Kontrollverlust, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwierigkeiten mit einer Erektion oder gesteigerte Aggressivität. Es sind aber auch Brust- und Bauchschmerzen, sowie Unwohlsein möglich bis hin zum Erbrechen. Der Comedown kann dabei von Paranoia, von Wahnvorstellungen, Erinnerungslücken, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, aber auch von Konzentrationsschwierigkeiten, Antriebslosigkeit und Schlaflosigkeit begleitet werden.
Langzeitfolgen, insbesondere auch bei regelmässigem Konsum, können zudem Depressionen, Psychosen, Herz-Kreislaufstörungen, der soziale Rückzug, Erschöpfung, Suizidgedanken und ein geschwächtes Immunsystem sein. Aber auch Nierenschäden, Erinnerungslücken, Herzinfarkte und Hirnschläge, starker Gewichtsverlust sowie Schlaflosigkeit können auftreten. Ein Zeichen für eine Überdosis sind zudem Bewusstlosigkeit, Atemnot, Überhitzung des Körpers, Brustschmerzen oder Krampfanfälle. Bei diesen Symptomen ist unverzüglich medizinische Hilfe zu rufen und zu erwähnen, welche Substanzen konsumiert wurden. Dabei ist eine Behandlung mit Naloxone möglich, welche die Wirkung gewisser Drogen verringern kann.
In Bezug auf den Konsum wird, wie bei praktisch allen Drogen, insbesondere auch vom Mischkonsum gewarnt. Der Körper, sowie deine Psyche wird dadurch noch stärker belastet, zudem lassen sich die Wirkungen und Wechselwirkungen der einzelnen Substanzen kaum vorhersehen. Manche werden verstärkt, andere geschwächt oder auch verzögert. Dies bedeutet auch, dass das Risiko einer Überdosierung steigt.
In Bezug auf Safer Use ist zu erwähnen, dass man die Substanzen erst mittels Drugchecking testen lassen soll. Wichtig ist zudem, dass man sich vorgängig über Monkey Dust und die möglichen Konsequenzen des Konsums informiert. Vor der Einnahme, muss man sich zudem bewusst sein, ob es gerade der richtige Zeitpunkt ist, sowohl psychisch wie auch physisch. Weiter sollte Monkey Dust nie alleine konsumiert werden, sondern stets in einem Umfeld, in dem man sich aufgehoben und sicher fühlt. Dies auch, damit jemand Hilfe angefordern kann, wenn es zu heftigen Nebenwirkungen kommen sollte.
Anfangs zudem nur kleine Mengen ausprobieren und die Dosis genau abwägen. Danach mindestens zwei Stunden waren um einer allfälligen Überdosis vorzubeugen. Sollten Nebenwirkungen autreten, dann den Konsum sofort abbrechen. Besondere Vorsicht ist bei psychischen Vorerkrankungen, bei Herz-Kreislauf-Beschwerden, sowie bei Stoffwechselerkrankungen geboten. Im Vorfeld sollte man sich zudem auch Gedanken machen, wie man mit den möglichen Nebenwirkungen wie Paranoia und Angstzuständen umgehen kann, etwa indem man einer nüchternen Vertrauensperson vom Konsum erzählt.
Da Monkey Dust enthemmt und die Lust auf Sex erhöhen kann, ist es um so wichtiger auf die Safer Sex-Regeln zu achten. Bei Kondomen ist es wichtig, dieses während dem Sex regelmässig zu wechseln. PrEP wiederum sollte zeitversetzt zu Monkey Dust eingenommen werden um das Risiko von Wechselwirkungen zu verringern. Da die Substanz zudem stark aufputscht, muss darauf geachtet werden, PrEP trotzdem alle 24 Stunden weiterhin einzunehmen. Weiter ist es dringend empfohlen, sich regelmässig auf sexuell übertragbare Infetionen, kurz STI, zu testen.
Nach dem Konsum ist es zudem wichtig, dass man dem Körper und der Psyche genügend Erholungszeit gewährt, sehr viel Wasser trinkt und auch eine Pause einlegt bis zum nächsten Mal, auch von anderen Substanzen. Diese Pause sollte mindestens ein Monat dauern. In Bezug auf die Ernährung ist auch leichte und magenschonende Kost zu achten. Ist der Nachlegedruck, das Redosing, und damit die Abhängigkeit zu gross, ist es empfohlen, eine medizinische Beratung aufzusuchen.
Monkey Dust ist illegal. Sowohl der Kauf, der Besitz, der Verkauf und auch der Konsum sind dabei strafbar. In der EU gilt dies seit 2014.
Weitere Informationen zum Thema Monkey Dust mit Interviews findest Du auch bei Let's Talk About Sex And Drugs, We Are With You UK und Sidekicks Berlin.
Hast du Fragen zum Thema HIV, PrEP oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen, brauchst Du Informationen oder möchtest Du dich testen lassen?
Auf der Webseite von www.drgay.ch findest Du die wichtigsten Informationen, sowie Adressen zu Testmöglichkeiten.
Weiter gibt es in Zürich beim Drogeninformationszentrum DIZ auch die Möglichkeit für Drug Checking und Beratung. Weitere Informationsangebote für die Community in Bezug auf Drogen findest Du zudem unter anderem in Bern, Basel, Genf, Luzern und Lausanne.