SCHWEIZ: PinkCop will rechtliche Überprüfung von Äusserungen eines Zürcher SVP-Kantonsrats

SCHWEIZ: PinkCop will rechtliche Überprüfung von Äusserungen eines Zürcher SVP-Kantonsrats
Der Zürcher SVP-Kantonsrat Christoph Marty hat äusserst abwertende Äusserungen gegenüber Frauen und queeren Angehörigen der Polizei über seinen Facebook-Kanal verbreitet. PinkCop hat nun eine rechtliche Überprüfung diesbezüglich bei der Geschäftsleitung des Kantonsrats angestossen.

Respekt sei nicht verhandelbar, schreibt PinkCop via ihrem Instagram-Kanal. Die jüngsten abwertenden Äusserungen eines Zürcher Kantonsrats gegenüber Frauen und homosexuellen Polizeiangehörigen seien für sie inakzeptabel. Kompetenz, Professionalität und Einsatzbereitschaft hätten weder ein Geschlecht noch eine sexuelle Orientierung, so PinkCop weiter. Man habe sich gegenüber der Geschäftsleitung des Zürcher Kantonsrats klar positioniert und eine rechtliche Überprüfung der betreffenden Äusserungen angestossen.

Diskriminierung sei keine Meinung, so PinkCop weiter, und dürfe keinesfalls unwidersprochen bleiben. Man sei für Respekt, für Gleichstellung und für eine Polizei, die Vielfalt lebe. PinkCop - Queer Police Switzerland ist ein unabhängiger Verein für homo-, bi- und transsexuelle sowie intergeschlechtliche Polizist:innen aus der ganzen Schweiz. 

Grund für diese Stellungnahme waren Äusserungen des Zürcher Kantonsrat Christoph Marty von der SVP in einem Facebook-Post, in dem er sich sehr abwertend gegenüber Frauen und queeren Angehörigen der Polizei geäussert hat. Im Nachgang an die Ausschreitungen in der Nacht auf den 11. Oktober rund um den Hardplatz in der Stadt Zürich schrieb Marty, dass das Zürcher Polizeikorps wegen seiner "linksversifften Führung" zu drei Viertel aus Frauen und "Hinterladern" bestehe, und es kaum noch Männer gebe, die "reingehen und richtig austeilen, aber auch einstecken" können. Dies sei der Grund, weshalb keine Randalierer nach den Ausschreitungen fesgenommen wurden.

Die SVP-Fraktion verurteilte die Äusserungen ihres Ratsmitglieds gleich zu Beginn der darauffolgenden Kantonsratssitzung. Man distanziere sich in aller Form von seinen Äusserungen. Dabei betonten sie, dass sie hinter der Polizei stehen, unabhängig von Geschlecht und sexueller Orientierung.

Die Führung der Stadtpolizei um Polizeikommandant Beat Oppliger forderte eine Entschuldigung für die Aussagen, was Christoph Marty allerdings abgelehnt hat. Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart von den Grünen wiederum erklärte, dass Festnahmen aufgrund der Gewaltbereitschaft nicht realistisch gewesen seien. Weiter bedankte sie sich bei der SVP-Fraktion, dass sie sich von ihrem Parteikollegen distanziert hat.