SPORT: Rekordzahl an LGBTI+ Athlet:innen bei den Olympischen Spielen 2026

SPORT: Rekordzahl an LGBTI+ Athlet:innen bei den Olympischen Spielen 2026
Am 6. Februar beginnen in Mailand und Cortina die Olympischen Winterspiele 2026, und diesmal sind wieder eine Rekordzahl an offen queeren Athlet:innen mit dabei. Mit 41 Sportler:innen war das Team LGBTI+ noch nie so stark bei Winterspielen vertreten wie diesmal - und auch die Schweiz ist mit dabei.

Mit jeden Olympischen Spielen nimmt die Zahl der offen queeren Athlet:innen zu: Während es 2014 im russischen Sotschi noch sieben waren, so waren vier Jahre später in Pyeongchang in Südkorea mit 15 bereits mehr als doppelt so viele am Start. Auch bei den Spielen 2022 in Peking hat sich die Zahl mit 36 nochmals deutlich mehr als verdoppelt. In Mailand und Cortina in diesem Februar sind es nun mindestens 41, wieder ein neuer Rekord und eine Versechsfachung in den vergangenen 12 Jahren. Die Zahl dürfte sich zudem während den Spielen noch erhöhen, da die sexuelle Orientierung nicht von allen queeren Sportler:innen bekannt ist, auch wenn sie offen leben, werden es doch zwischen 2'800 und 3'500 Athlet:innen sein.

Die Zahl queerer Sportler:innen liegt aber deutlich tiefer als bei den Olympischen Sommerspielen. Auch dort wurde in Paris 2024 ein neuer Rekord aufgestellt, und zwar mit 199 LGBTI+ Athlet:innen. Dies dürfte aber auch an der Anzahl an Teilnehmenden liegen: Während bei den letzten Winterspielen in Peking 2900 Sportler:innen antraten, so waren es bei den Sommerspielen in Paris 11'100. 

In Bezug auf die Geschlechterverteilung zeigt sich nach wie vor ein sehr grosser Unterschied: Von den 41 LGBTI+ Athlet:innen bei den Spielen 2026 sind 33 offen queer lebende Frauen und 8 offen queer lebende Männer. Dies entspricht einem Verhältnis von 4 zu 1. Damit ist der Unterschied zwar gross, aber weitaus kleiner als bei den Sommerspielen. In Paris lag das Verhältnis von Frauen zu Männern bei 9 zu 1. 

Mit Abstand am meisten queere Vertreter:innen gibt es dabei beim Eishockey. Dort treten in Milano - Cortina insgesamt 22 offen lebende Eishockeyspielerinen an. Je eine queere Person gibt es beim Biathlon, beim Curling und beim Snowboarden, zwei gibt es beim Skeleton und das Team LGBTI+ tritt beim Skifahren mit fünf Personen an, und zwar sowohl im Freestyle wie auch alpin. Die einzige Sportart, bei der übrigens die queeren Männer der Frauen anzahlmässig überlegen sind, ist Eiskunstlauf mit fünf Männern und einer Frau. Die Frau heisst übrigens Amber Glenn, sie ist eine der grössten Medaillenhoffnungen der USA und sie ist die erste offen queer lebende Eiskunstläuferin bei Winterspielen.

Die 41 queeren Athlet:innen bei den diesjährigen Winterspielen kommen übrigens aus mindestens 13 verschiedenen Ländern. Die grösste Delegation steuern die USA zum Team LGBTI+ bei, und zwar mit sieben Frauen und einem Mann, nämlich Eisschnellläufer Conor McDemott-Mostowy. Damit gehören rund drei Prozent von Team USA dem Team LGBTI+ an. Der wohl bekannteste queere Sportler kommt zudem vom Team UK: Es ist Freeskier Gus Kenworthy und es werden seine bereits vierten Olympischen Winterspiele sein. Auch die Schweiz ist zudem vertreten und zwar mit Eishockeyspielerin Laura Zimmermann.

Die Olympischen Winterspiele in Milano - Cortina starten am 6. und Enden am 22. Februar.  Dabei finden 116 Wettkämpfe in 16 Disziplinen und in 8 verschiedenen Sportarten statt. In Mailand wird es zudem auch ein Pride House geben, welches die LGBTI+ Sportfans mit einem abwechslungsreichen Programm begrüssen wird.