FILM: Miséricorde

FILM: Miséricorde
Es waren die bemerkenswerte Handlung und die sehr expliziten Szenen in Der Fremde am See/ L'Innconu du Lac, mit welchen sich Alain Guiraudie im Queer Cinema sein eigenes Denkmal schuf. Nun kehrt der Filmemacher mit einer Kriminalkomödie in bester Hitchcock- und Pasolini-Manier zurück und wechselt den Schauplatz von einem See in ein kleines Dorf in der Provinz. Und auch dieser Film wurde in Cannes wieder gefeiert.

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Es ist ein weiteres Meisterwerk des zeitgenössischen Queer Cinema, welches der französische Filmemacher Alain Guiraudie nun vorstellt: Miséricorde, was übersetzt soviel heisst wie Gnade oder Barmherzigkeit. Inspiriert von Grössen wie Hitchcock und Pasolini präsentiert er diesmal eine Thriller-Komödie, welche sämtliche Genregrenzen ad acta legt und ihrer ganz eigenen Moral folgt. Ein subtiles Netz aus erotischen Manipulationen und gehemmter Lust, mit immer neuen Wendungen und ans Absurde grenzendem Humor.

Jérémie kehrt nach zehn Jahren wieder in sein Heimatdorf Saint-Martial im Südosten Frankreichs zurück. Der Grund: Er will an der Beerdigung des Dorfbäckers Jean-Pierre teilnehmen, dessen Lehrling - und vielleicht noch mehr - er als Teenager damals war. Jérémie wird aber nicht von allen wohlwollend empfangen. Während die Witwe des Bäckers ihm einen Schlafplatz anbietet und bald sogar die körperliche Nähe zu ihm sucht, so begegnet ihm Vincent, der stets gewalttätige Sohn des Bäckers, mit Argwohn. Doch auch ein unterschwelliges Begehren ist von ihm ausgehend zu spüren. Sexuelle Spannungen erzeugt der Rückkehrer aber auch gegenüber dem Bauer Walter, sowie dem neugierigen Pfarrer Grisolles. Als Vincent plötzlich spurlos verschwindet und die Polizei eine Untersuchung einleitet, befindet sich Jérémie plötzlich im Fokus der Ermittlungen.

Bei Miséricorde tun sich Abgründe auf, mal mythisch, mal gar spirituell geladen. Der Film, basierend auf dem Roman Rabalaïre, welcher ebenfalls von Alain Guiraudie stammt, fängt damit die Provinz Frankreichs ein, zeichnet Begegnungen von alten Bekannten nach und stellt einmal mehr queere Erfahrungen in den Mittelpunkt. Die Premiere in Cannes war ein grosser Erfolg und Miséricorde wurde auch für die Queer Palm des Festivals nominiert. Diesen Preis gewann Guiraudie 2013 für seinen Erotikthriller Der Fremde am See/ L'Innconu du Lac, und zusätzlich wurde er damals auch mit dem Regiepreis ausgezeichnet.

Genre:
Thriller, Comedy, LGBTI+

Filmlänge:
102 Minuten

Regie:
Alain Guiraudie

Cast:
Catherine Frot, Félix Kysyl, Jacques Develay uam.

Kinostart:
17. April 2025

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