DATING: Und wieder eine neue Gay Dating App…

DATING: Und wieder eine neue Gay Dating App…
Erst vor wenigen Wochen ist mit Gaydar eine neue Dating App an den Start gegangen, und nun folgt bereits die nächste. Auch Goose will sich klar vom aktuell grössten Konkurrenten abgrenzen und verspricht schlussendlich aber das, was auch Grindr anstrebt - zumindest in seinen Botschaften nach aussen. Doch nun hagelt es Kritik, auch wegen angeblichen mit KI generierten Fake-Profilen. Goose hält aber dageben...

Dass viele User mit den verschiedensten Dating Apps unzufrieden sind, ist bekannt, daher drängen aktuell gleich mehrere neue Anbieter auf den Markt. Gaydar verspricht die Authentizität und die Sicherheit der User in den Mittelpunkt zu stellen, und dass alle dazu nötigen Features kostenlos zur Verfügung stehen. Dazu sollen alle User verifiziert werden. Dies ist ein klarer Seitenhieb gegen Grindr.

Und nun, wenige Wochen später, taucht bereits die nächste Gay-Dating-App in den App Stores auf, welche sich mit deutlichen Worten vom grossen Konkurrenten abgrenzen will. Sie nennt sich Goose und will mehr als nur One Night Stands und reine Sexdates bieten, sondern echte Beziehungen. Dazu will die App das soziale Leben und die Community mit dem Dating verbinden. Wie das gehen soll beschreiben die Macher rund um Schauspieler Derek Chadwick folgendermassen:

Goose soll Männer über ihre Interessen, gemeinsamen Freunde oder Orte, sowie über Erlebnisse und Aktivitäten in ihrer Umgebung miteinander verbinden. Damit soll der Druck von Anfang an genommen werden, es sei zudem unkomplizierter und natürlicher. Statt einem Match, winkt man sich bei Goose einfach zu. Dass dies durchaus gefragt ist, zeigte sich kurz nach der Lancierung: Die App schaffte es bis auf Platz 4 der gefragtesten, kostenlosen Lifestyle-Apps.

Doch es gab auch bereits Kritik: Als Goose sich vor der Veröffentlichung in den Sozialen Medien präsentierte, fragten sich viele, ob sie überhaupt angesprochen werden sollen. Die verwendeten Fotos zeigten nämlich vor allem eines, junge, muskulöse Männer, die ihr Sixpack zeigen. Weiter warf dies die Frage auf, ob die App schlussendlich nicht doch nur für Sexabenteuer steht. Dafür spreche auch das Feature der selbstlöschenden Fotos, welche eher für diese Art von Dates sprechen als für Freizeitaktivitäten.

Neue Untersuchungen von Wired bezüglich der erste Profile zeigen, dass offenbar zahlreiche Goose-Accounts gar nicht erst echt sind, sondern mit KI generiert wurden. Inklusive der mit den Konten verbundenen Social Media-Profilen. Solche Social Media-Profile sollen die User in Chats auch dazu bringen, Goose zu installieren und ein Konto anzulegen. Nach der Kritik sind nun zahlreiche dieser Profile nicht mehr erreichbar.

Gegenüber Advocate hat Goose die Vorwürfe zurückgewiesen: Goose mische derzeit den Markt der Gay Apps auf, und man schaffe einen Ort an dem echte Menschen echte Freunde finden können. Man sei stolz eine solche Community aufzubauen und arbeite rund um die Uhr daran, die App sicherer zu machen, und sie frei von Fake Profilen zu halten, die andere Plattformen belasten. Dies würde offensichtlich auch die Kokurrenz zur Kenntnis nehmen.

Doch auch die Nutzungsbedingungen betreffend dem Datenschutz sorgten nach dem Release für Ärger, so war etwa gar von ausbeuterisch die Rede. Mit der Zustimmung würden User Goose weitreichende Rechte einräumen, so etwa in Bezug auf Benutzernamen, Bild, ihre Stimme und ihr Abbild, sowie sogar über selbstlöschende Fotos, welche via der App geteilt werden. Faktisch gibt man somit quasi Rechte an allem ab, was man über die App veröffentlicht. Dies geht sogar offenbar noch weiter, denn diese Daten werden nicht nur Goose zur Verfügung gestellt, sondern können vom Unternehmen auch an Dritte weitergegeben werden.

Ob Goose zu einer wahren Konkurrenz für Grindr & Co. werden wird, muss die Zukunft zeigen. Dass in der Community aber durchaus eine grössere Unzufriedenheit herrscht, macht auch diese neue App deutlich.

Doch auch Grindr will sich weiter entwickeln und mehr in Richtung Community-App gehen, wie das Unternehmen im vergangenen Jahr angekündigt hat. Dabei sollen unter dem Titel Grindr presents Kultur, Musik und Community-Events mehr Platz bekommen. Weiter will sich Grindr auch mehr als Networking-Plattform positionieren.

* Dieser Artikel wurde ergänzt, da Vorwürfe rund um Fake-Profile auftauchten.