GESUNDHEIT: Zunahme an resistenten Shigellen-Infektionen in UK
Bei Shigellen handelt es sich um eine Darminfektion. Erste Symptome tauchen in der Regel nach einem bis hin zu vier Tagen auf. Dabei reicht es von Durchfall, manchmal sogar mit Blut, über Fieber bis hin zu Bauchkrämpfen. Dies ist auch der Grund, weshalb viele erst an eine Lebensmittelvergiftung denken.
Dabei reichen bereits kleinste Mengen an Bakterien, welche sich im Stuhl befinden, um für eine Übertragung zu sorgen. Somit kann dies beim Analverkehr geschehen, aber auch beim Fingern, Fisting, über Toys oder durch Rimming. Weiter kann die Übertragung auch über ungewaschene Hände passieren. Dabei sind insbesondere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), von den Infektionen betroffen.
Der beste Schutz vor einer Übertragung ist eine gute Hygiene während und nach dem Sex, sowie die Verwendung von Kondomen.
Werden Shigellen diagnostiziert, dann ist es wichtig, sich zu schonen, viel auszuruhen und vor allem sehr viel zu trinken. Wenn die Symptome verschwunden sind, soll man während mindestens einer weiteren Woche auf Sex verzichten, sowie auch das Teilen von Handtüchern vermeiden, keine Mahlzeiten für andere Personen zubereiten und sowohl Schwimmbäder, wie auch Spas, Whirlpools und ähnliche Einrichtungen meiden.
Die Entwicklung der Fallzahlen bereitet derzeit Sorgen in Grossbritannien. Während im Jahr 2023 noch 2‘052 Fälle registriert wurden, so waren es 2024 bereits 2‘318 und 2025 gar 2‘560. Doch dies ist nicht der einzige Grund zur Beunruhigung.
Die beiden häufigsten Bakterienstämme, die bei MSM auftauchen, sind Shigella flexneri und Shigella sonnei. Diese wurden im vergangenen Jahr besonders intensiv untersucht und dabei zeigte sich, dass 94 Prozent der Proben von Shigella flexneri bereits Antibiotikaresistenzen aufweisen. Bei Shigella sonnei waren es 86 Prozent, und rund die Hälfte davon waren sogar extrem resistent.
Gonorrhö, umgangssprachlich auch Tripper genannt, und Syphilis wiederum sind in England laut den jüngsten Statistiken des UK Health Security Agency (UKHSA) leicht rückläufig. Doch auch bei Gonorrhö wächst die Sorge wegen Antibiotikaresistenzen.
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