SCHWEIZ: Der neue Podcast zu deinem Coming Out

SCHWEIZ: Der neue Podcast zu deinem Coming Out
Ein Coming Out ist äusserst persönlich, mit vielen Emotionen verbunden und in den allermeisten Fällen nicht eben einfach. Marco Schättin widmet sich genau diesem Schritt im Leben einer queeren Person und hat dazu die Plattform mis-Coming-Out ins Leben gerufen.

Mal schon in jungen Jahren, mal erst spät im Leben: Coming Outs sind einschneidend, können überaus befreiend sein und sind für jeden anders. Mal begleitet von viel Liebe und Akzeptanz, mal leider aber auch von Ablehnung und gar Gewalt. Jede Coming Out-Geschichte ist anders, jede ist einzigartig, doch alle sind äusserst persönlich. Mit mis-Coming-Out hat Marco Schättin eine neue Plattform geschaffen, auf welcher diese Geschichten im Mittelpunkt stehen. Sie werden im Podcast erzählt und sollen informieren, heilen, aber auch vielen anderen Menschen Mut zum eigenen Coming Out machen.

Im Interview mit gay.ch erzählt Marco von seinem eigenen Coming Out, aber auch, was er mit seiner neuen Plattform bewirken möchte.

gay.ch: Wie bist Du auf die Idee von Mis-Coming-Out gekommen?
Marco: Geschichten in Audio-Form zu erzählen, hat mich schon immer fasziniert. Als ehemaliger Radiomoderator und -produzent wollte ich schon länger einen eigenen Podcast lancieren. Letzten Sommer jährte sich mein eigenes Coming-Out zum zehnten mal. Aus eigenen Erfahrungen weiss ich, dass die LGBT-Community immer noch mit Vorurteilen oder Diskriminierung zu kämpfen hat. Im Gespräch mit anderen Leuten merkte ich, dass Coming-Out-Geschichten nicht nur sehr spannend sind, sondern auch helfen, Wunden zu heilen und Ängste abzubauen. Die Idee zu "Mis COMING-OUT" reifte also in den letzten Monaten - oder Jahren - langsam dahin.

Was möchtest Du mit Mis-Coming-Out erreichen? Was ist dein Ziel?
"Mis COMING-OUT" soll Mut machen, Wunden heilen und informieren. Wenn Matthias aus Zürich im Podcast erzählt, wie seine Mutter ihn Zwangs-geoutet hat oder Marco (der per Zufall wie ich heisst) berichtet, dass ein ehemaliger Arbeitgeber ihn von seiner Homosexualität heilen wollte, regt das zum Nachdenken an - innerhalb und ausserhalb der Community. Auch auf meinen Social-Media-Kanälen - auf Instagram und Facebook.

Wie war dein eigenes Coming Out?
Mein eigenes Coming-Out war emotional und eine richtige Mutprobe für mich. Mit 21 Jahren entschied ich 2010 einen Brief zu schreiben, in dem ich meine Gefühle schilderte und dass ich schwul sei. Aus Angst im entscheidenden Moment sprachlos zu sein, bat ich meine Eltern auf ein Sofa zu sitzen und meinen Brief zu lesen. Während ich von Emotionen übermannt wurde, reagierten sie mit Verständnis und Liebe. Bis zur vollständigen Akzeptanz dauerte es aber dann noch ein bisschen. Die Erlösung, mein Geheimnis nicht mehr für mich zu behalten, war gross und wohltuend. Nach meinen Eltern folgten Geschwister, Freunde, Arbeitskollegen, etc. Coming-Outs werden einfacher aber hören nie auf.

Wer kann sich bei Dir melden und wie ist das Vorgehen?
Jede Coming-Out-Geschichte ist einzigartig. Jede hat eine Podcast-Folge bei "Mis COMING-OUT" verdient. Egal ob schwul, lesbisch, bi-, pan- oder asexuell - melden können sich Menschen jeglicher sexuellen Orientierungen. Auch kann ich mir vorstellen, den Begriff "Coming-Out" auszuweiten und über Geschlechteridentitäten, Fetische oder Ähnlichem zu sprechen. Melden kann man sich bei mir auf www.mis-coming-out.com.

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