SCHWEIZ: Die Stadt Zürich soll die Pride sichtbarer machen und mehr unterstützen

SCHWEIZ: Die Stadt Zürich soll die Pride sichtbarer machen und mehr unterstützen
Gleich zwei Vorstösse wurden durch den Gemeinderat an den Zürcher Stadtrat überwiesen: Zum einen soll die Pride-Vollbeflaggung fest verankert werden und es sollen auch noch weitere Massnahmen geprüft werden, wie die Pride in Zürich sichtbarer gemacht werden kann. Zum anderen sollen auch Partyveranstaltende rund um die Pride durch die Stadt besser unterstützt werden.

Noch bis in diesem Jahr gilt in der Stadt zur Zurich Pride die Vollbeflaggung, wie etwa auch zum Sechseläuten und zum Knabenschiessen. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, haben SP, Grüne und die AL nun ein Postulat eingereicht, damit die Pride während des gesamten Pride Month sichtbarer wird. So soll etwa die Vollbeflaggung fest ins Reglement der Stadt aufgenommen werden, damit diese nicht immer wieder neu beantragt werden muss. Weiter sollen auch andere Ideen geprüft werden, wie etwa Regenbogen-Fussgängerstreifen, wie sie in anderen Städten weltweit längst zum Stadtbild gehören, oder das Beleuchten von städtischen und öffentlichen Gebäuden in den Regenbogenfarben.

Das Postulat wurde mit 86 zu 30 Stimmen an Stadträtin Karin Rykart überwiesen. Einzig die FDP und die SVP waren dagegen. Wie die FDP erklärt, habe man inhaltlich keine Vorbehalte, man wolle aber dem Stadtrat mehr Freiheit bei der Umsetzung lassen. Die SVP wiederum war generell dagegen und forderte stattdessen mehr Schweizer Fahnen, da diese alle Menschen repräsentieren würden. 

Die Grünen und die SP reichten zudem auch noch einen weiteren Vorstoss ein um das Pride-Wochenende besser zu unterstützen. Dieser wurde mit 90 zu 20 Stimmen an den Stadtrat überwiesen. Die Rede ist dabei von einer pragmatischen Unterstützung. So soll etwa der Erlass von Gebühren für Party-Veranstaltende geprüft werden, welche nun einspringen wollen, nachdem das Pride Festival in diesem Jahr nicht stattfinden kann. 

Man könne nicht bestehende Regeln einfach für einen Tag aussetzen, erklärte Stadträtin Karin Rykart gleich zu Beginn, und gab den Erleichterungen für Party-Veranstaltende damit bereits eine teilweise Abfuhr. Die einfachste Lösung diesbezüglich sei eine Freinacht in Innenräumen, welche nun geprüft werden könnte. Aus Angst, einen Präzedenzfall wegen dieser Sonderbehandlung zu schaffen, lehnten diesmal auch die AL diesen Vorstoss ab. Die SVP war zudem erneut dagegen.

Die Zurich Pride wird in diesem Jahr nur aus einer Demonstration und allfälligen Partys in Clubs bestehen, und nicht wie in den Jahren zuvor auch noch aus einem öffentlichen, zweitägigen Festival. Dieses musste unter anderem wegen fehlenden Sponsorengeldern abgesagt werden. Die Pride 2026 ist am Samstag 20. Juni.