SCHWEIZ: Wie geht es weiter mit der Vollbeflaggung zur Pride in Zürich?

SCHWEIZ: Wie geht es weiter mit der Vollbeflaggung zur Pride in Zürich?
Jeweils zur Zurich Pride werden 135 Regenbogenfahnen an den offiziellen Fahnenmasten der Stadt Zürich gehisst, so etwa an den Amthäusern und auf den Brücken: Diese Ehre kommt nur noch vier anderen Anlässen zuteil. In diesem Jahr läuft diese Sonderbewilligung für die Zurich Pride aber aus. gay.ch hat bei der Stadt Zürich nachgefragt, wie es nun weiter geht und ob allenfalls auch ein permanenter Pride-Fussgängerstreifen möglich wäre.

Nur während dem Sechseläuten, dem 1. Mai und dem 1. August, sowie während dem Knabenschiessen gibt es in der Stadt Zürich die Vollbeflaggung. Dies bedeutet, dass an den offiziellen Fahnenmasten der Stadt rund um den Anlass Fahnen gehisst werden. Dies sind etwa die Fahnen am Stadthaus und an den Amtshäusern, an der Stadtgrenze bei den wichtigsten Strassen, sowie auch auf der Bahnhofs-, der Urania- und auf der Quaibrücke. Insgesamt 135 Fahnen gehören dazu.

Seit dem Jahr 2020 gilt diese nun aber auch für die Zurich Pride, dass heisst an den offiziellen Fahnenmasten werden Regenbogenfahnen gehisst. Erstmals wurde diese 2019 angeordnet, damals noch als einmalige Aktion zum 25 Jahre Jubiläum der Pride in der Stadt Zürich. Darauf haben die beiden SP-Gemeinderäten Alan Sangines und Vera Ziswiler ein entsprechendes Postulat eingereicht, welches erst vom Gemeinderat mit grosser Mehrheit genehmigt und schlussendlich auch vom Stadtrat gutgeheissen wurde.

Diese Sonderbewilligung für die Vollbeflaggung der Zurich Pride galt von 2020 bis 2026, und dies entspricht in etwa der Lebensdauer der Fahnen. Damit müssen die Flaggen nun ersetzt werden. Ob die zusätzliche Beflaggung weitergeführt wird, untersteht einem erneuten Entscheid des Stadtrats, erklärt Sebastian Hos, Stabsmitarbeiter der Stadtpräsidentin, gegenüber gay.ch. Ein solcher kann etwa über ein Postulat angestossen werden oder über einen entsprechenden Antrag der Organisator:innen an Immobilien Stadt Zürich. In beiden Fällen würde der Stadtrat eine fortgesetzte Beflaggung prüfen, erklärt Sebastian Hos weiter. Der Ball liegt nun also entweder bei der Politik oder bei der Zurich Pride damit die Vollbeflaggung weitergeführt wird.

Andere Städte weltweit haben auch permanente Pride-Fussgängerstreifen. gay.ch hat dazu ebenfalls bei der Stadt Zürich nachgefragt, was es braucht um einen solchen umzusetzen. Dazu erklärt Sebastian Hos, dass es zum 25-jährigen Jubiläum der Zürich Pride einen entsprechenden Vorstoss gab für die damaligen Temporärmassnahmen. Ob eine permanente Umsetzung möglich ist, müsste bei Vorliegen eines konkreten Antrags erneut geprüft werden. Aktuell liegt dem Stadtrat kein entsprechendes Geschäft vor, erklärt der Stabsmitarbeiter der Stadtpräsidentin weiter.

Die Stadt Zürich setzt sich seit Jahren für die Gleichstellung von LGBTI+ Personen ein. Die Pride ist für den Stadtrat ein wichtiger Anlass, um Vielfalt sichtbar zu machen und ein Zeichen für Gleichstellung und gegen Diskriminierung zu setzen, so Sebastian Hos. Sie gehöre mittlerweile zur Zürcher Tradition, wie etwa auch das Sechseläuten oder die Street Parade.