SPORT: LGBTI+ Rechte werden während den Commonwealth Games thematisiert
Der Commonwealth ist ein loser Bund von eigenständigen Staaten, welcher aus dem Vereinten Königreich und Nordirland, sowie ehemaligen britischen Kolonien besteht. Mehr als die Hälfte dieser Staaten kriminalisieren noch heute gleichgeschlechtliche Aktivitäten, wurde dieses Gesetz doch damals durch das britische Empire in die ganze Welt getragen. Diesem Umstand wird nun auch bei den XXIII Commonwealth Games in Glasgow Rechnung getragen.
Der sportliche Grossanlass hat am Donnerstag (23. Juli) begonnen und wird bis zum 2. August dauern. In dieser Zeit werden rund 3‘000 Sportler:innen von 74 Commonwealth Teams gegeneinander antreten. Dabei wird es im Zentrum von Glasgow auch ein Pride House geben, welches als Treffpunkt für die gesamte LGBTI+ Community dient.
Im Rahmen des Pride House wurde zudem auch Zero Flags Commonwealth eröffnet. Diese Sonderausstellung widmet sich der Menschenrechtssituation in den Staaten des Commonwealth und dabei vor allem auch den Rechten der LGBTI+ Community. So werden unter anderem die 28 Flaggen jener Staaten mit einem schwarzen Trauerband gezeigt, in denen queere Menschen nach wie vor kriminalisiert werden. Organisiert wurde die Ausstellung vom internationalen Zero Flags Project und sie kann kostenlos besucht werden.
Mit der Ausstellung soll die historische Verbindung zwischen diesen Gesetzen gegen die LGBTI+ Community und dem britischen Empire dargestellt werden. Dabei sollen ebenso die Auswirkungen dieser kolonialen Strafgesetze aufgezeigt werden wie auch die Fortschritte, welche bislang erreicht wurden, insbesondere auch von Nichtregierungsorganisationen. Dabei werden auch schwierige Fragen rund um Menschenrechte, Gleichberechtigung und die Geschichte um das Empire im Allgemeinen thematisiert.
Von Zero Flags Project heisst es zudem auch, dass mit dieser Ausstellung auch gezeigt werden soll, wie grosse internationale Sportveranstaltungen wie die Commonwealth Games ihre Plattform nützen und nicht nur Begegnungen schaffen, sondern auch den Dialog, den sozialen Fortschritt und das gegenseitige Verständnis fördern können. Man hoffe zudem, dass man eines Tages gar keine Fahne mehr sehen könne und eine solche Ausstellung gar nicht mehr nötig ist, so die Ausstellungsmacher:innen weiter.
Antigua und Barbuda, Bangladesch, Barbados, Brunei, Dominica, Gambia, Ghana, Grenada, Guyana, Jamaika, Kamerun, Kenia, Kiribati, Malaysia, die Malediven, Nigeria, Pakistan, Papua-Neuguinea, Sambia, Samoa, Sierra Leone, Sri Lanka, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen, Tansania, Tonga, Trinidad und Tobago, sowie Uganda sind die Länder des Commonwealth, welche queere Menschen noch heute kriminalisieren - und dies unter Umständen bis hin zur Todesstrafe wie etwa in Uganda und in Teilen Nigerias. In gewissen Staaten drohen solche Gesetze weiter verschärft zu werden, in anderen Staaten existieren die Gesetze zwar noch auf dem Papier, werden aber nicht mehr angewandt, und in wieder anderen werden sie gerade vor Gericht angefochten.