SPORT: Real Madrid verliert vor Gericht: LGBTI+ feindliche Sprechchöre sind keine Satire
Es passierte während dem UEFA Champions League-Spiel zwischen Real Madrid und Manchester City im Februar 2025. Da der Trainer der britischen Mannschaft, Pep Guardiola, früher für den FC Barcelona tätig war, haben es die Madrid Fans mit lauten Sprechchören auf ihn abgesehen. Fare, eine Organisation, welche sich gegen Diskriminierungen im und rund um den Fussball einsetzt, brachte diese Sprechchöre schliesslich zur Anzeige.
Die Sportbehörden gaben Fare Recht und verurteilten Real Madrid zu seiner Geldstrafe von 30'000 Euro, rund 27'500 Schweizer Franken. Der spanische Fussballriese zeigte sich aber mit der Verurteilung nicht einverstanden und zog das Urteil weiter bis vor das Schiedgericht im Sport, kurz CAS, der höchsten Gerichtsinstanz im internationalen Sport. Doch die dortigen Richter lehnten die Berufung mit der Erklärung ab, dass der Gesang klar LGBTI+ feindlich sei und weit darüber hinausgehe was toleriert werden könne.
Doch was ist geschehen? Während dem Spiel damals im Februar 2025 sangen die spanischen Fussballfans "Guardiola, Guardiola, wie dünn du aussiehst, zuerst waren es die Drogen, und wir sehen uns heute in Chueca." Wie die Organisation Fare berichtet, könne der Bezug auf das dünne Aussehen und den Drogenkonsum auch als eine Anspielung auf HIV und Aids bewertet werden, und mit Chueca wird zudem das queere Stadtviertel im Zentrum von Madrid genannt, welches für seine vielen LGBTI+ Clubs, Bars und Discos bekannt ist.
Die Anwälte des Fussballclubs forderten vom Gericht, dass diese Aussagen anders interpretiert werden müssen, und dass sie als Satire, Provokation und als Kritik verstanden werden müssen. Die Richter hingegen sahen es anders und erklärten, dass der Gesang klar LGBTI+ feindlich sei und weitaus schwerwiegender und schädlicher als akzeptable Satire und Scherze es seien.
Dieser Fall offenbart einmal mehr, dass der spanische Fussball ein Problem mit LGBTI+ Feindlichkeit hat. Im Spiel zwischen Real Madrid und Benfica im Februar dieses Jahres, wurde ein Real-Spieler von einem Benfica-Spieler mit einem spanischen Schimpfwort, welches abwertende gegen Schwule verwendet wird, bezeichnet. Der Benfica-Spieler zog sich allerdings das Trikot über den Mund, damit ein Lippenlesen später bei einer Kameraauswertung nicht möglich war. Ein Clip in den Sozialen Medien konnte die Vorwürfe aber untermauern. Schon alleine die Geste mit dem Trikot zeigt, dass sich der Spieler seines Fehlverhaltens durchaus bewusst ist.
Wie im spanischen Fussball, so kommt es auch in anderen Ländern weltweit immer wieder zu LGBTI+ feindlichen Sprechchören und Beschimpfungen, so etwa auch in Frankreich, Grossbritannien oder Mexiko.