UK: LGBTI+ feindliche Hassverbrechen gelten neu als schwere Straftat
Auch in Grossbritannien steigt die Zahl der Hassverbrechen basierend auf der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität an. In den letzten fünf Jahren um 20 Prozent, in Bezug auf die Geschlechtsidentität gar um 50 Prozent. Gerade aus diesem Gesichtspunkt kommt die neue Gesetzeserweiterung zu einem wichtigen Zeitpunkt für die LGBTI+ Community.
Nach dem Royal Assent, der Zustimmung von König Charles, kann die neue Gesetzeserweiterung nun in Kraft treten. Während Hassverbrechen, welche aufgrund der Religionszugehörigkeit oder aus Rassismus geschehen, bereits als schwere Straftaten geahndet werden konnten, so gilt dies neu auch für Hassverbrechen, welche gegen LGBTI+ Personen gerichtet sind, also basierend auf der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität oder des Geschlechsausdruck.
Mit der 2024 lancierten Kampagne Hold My Hands hat die LGBTI+ Organisation Stonewall während rund zwei Jahren für diese Gesetzeserweiterung gekämpft. So erklärte Simone Blake OBE, Leiterin von Stonewall, dass sie stolz darauf sei, dass ihre Organisation eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung dieser Forderung gespielt habe.
Dies sei ein bedeutender Schritt für die LGBTI+ Community, gerade auch weil die Hassverbrechen gegen queere Menschen in den vergangenen Jahren gestiegen sind, so Blake weiter, und sie hoffe, dass damit ein klares Signal gesendet werde. Es gebe keine Hierarchie des Hasses und mit dieser Gesetzeserweiterung können LGBTI+ feindliche Hassverbrechen endlich mit der nötigen Ernsthaftigkeit verfolgt werden. Alle Menschen haben das Recht, erklärt die Leiterin von Stonewall weiter, sich sicher zu fühlen, und so leben zu dürfen wie sie wollen, und dies ohne Angst vor Übergriffen.
Nicht nur die Zahl der Hassverbrechen gegen queere Menschen hat stark zugenommen, sondern auch die Zahl jener, welche Hilfe suchen. Die britische LGBTI+ Hilfsorganisation gegen Gewalt, Galop, verzeichnete alleine seit Sommer 2024 einen Zuwachs bei den Kontaktaufnahmen von 65 Prozent. Dieses Gesetz sei überfällig, erklärte der Co-Leiter der Organisation, Ben Kernighan, und ein willkommener Schritt im Kampf gegen den zunehmenden Hass, der der Community derzeit entgegenschlägt.