UK: Mann wegen Betrug via Dating Apps zu Haftstrafe verurteilt

UK: Mann wegen Betrug via Dating Apps zu Haftstrafe verurteilt
Er sei ein schwuler Mann, der an einer festen Beziehung interessiert sei, schrieb er in seinen Profilen, doch eigentlich ist er hetero und er lebte zum Tatzeitpunkt in einer Beziehung. Via Dating Apps schaffte er es mit dieser Masche jedoch Geld von Männern zu erschleichen. Nun wurde der 26-Jährige in London verurteilt.

Über die Dating Apps Bumble und Tinder trat er mit den Männern in Kontakt. Er täuschte seinen Opfern dabei vor schwul und an einer romantischen Beziehung interessiert zu sein. Laut der Betrugsabteilung der City of London Police habe der 26-jährige Mann gezielt nach Männern gesucht, welche eine feste, emotionale Bindung wünschten. Dabei erschlich er sich erst ihr Vertrauen und nutzte dann ihre Verletzlichkeit aus. Er habe dabei seinen Opfern erheblichen finanziellen und emotionalen Schaden zugefügt, hiess es vor Gericht weiter.

Seinen Opfern sei die ganze Zeit nicht bewusst gewesen, dass er eigentlich heterosexuell ist und zumindest zum Tatzeitpunkt zwischen Juli 2022 und Dezember 2024 in einer festen Beziehung lebte. Es gelang ihm aber mit seiner Geschichte Geld von den Opfern für angebliche Lebenshaltungs- und Reisekosten zu ergaunern. Er versicherte ihnen jeweils, dass er das Geld zurückzahlen werde, was aber nicht passierte.

Es sei ein kalkuliertes Muster bei den Strafdaten erkennbar, heisst es von der City of London Police weiter, und es handle sich nicht etwa um ein Missverständnis oder einen zivilrechtlichen Streit, sondern es sei ganz klar Betrug durch falsche Angaben. Dies zeigte sich offenbar insbesondere als es um das Zurückzahlen der Geldbeträge ging. Er habe Ausreden erfunden, teils feindselig reagiert oder seine Opfer emotional erpresst, etwa in dem er mit dem Abbruch des Kontakts oder mit Selbstverletzung gedroht habe. Damit habe er versucht die Kontrolle über die Situation zu behalten um weiterhin Geld fordern zu können.

Drei Männer wurden Opfer dieser Masche und insgesamt zahlten sie eine Summe von 28‘488 Pfund, rund 30‘000 Schweizer Franken. Dabei bezahlte ein Mann den Hauptteil, wie es sich zeigte. Er überwies insgesamt rund 26‘000 Pfund, rund 27‘400 Franken, und der Rest betraf die anderen beiden Opfer.

Der Mann bekannte sich im Dezember 2025 selber für schuldig, denn auch die Beweislast war erdrückend. Die Ermittlungen zeigten, dass er die Dating Apps nur dazu nutzte um an Geld zu kommen. Weiter zeigte auch sein Suchverlauf im Internet deutlich, dass er sich des Betrugs durchaus bewusst war und entsprechend über die Konsequenzen recherchierte. So suchte er unter anderem danach, ob man wegen Liebesbetrug ins Gefängnis kommt, oder ob man zur Polizei gehen kann, wenn einem jemand Geld schuldet.

Nun wurde das Urteil des Canterbury Crown Court bekannt: Der Mann muss für drei Jahre ins Gefängnis.

Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:

Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch

Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer