USA: Das Trevor Project wird bei der neuen LGBTI+ Helpline nicht berücksichtigt

USA: Das Trevor Project wird bei der neuen LGBTI+ Helpline nicht berücksichtigt
Vor mehr als einem Jahr durch die Regierung Trump abgeschalten, so soll die LGBTI+ Helpline zur Suizidprävention nun durch die selbe Regierung wieder eingeführt werden - aber mit einem Haken. Das Trevor Project, welches in diesem Bereich führend ist und fast 30 Jahre Erfahrung hat, wird nicht zugelassen und damit droht eine vom Kulturkampf geprägte Aufklärung und Hilfe für die am stärksten gefährdeten Jugendlichen.

Wer bis im Juli 2025 die nationale Helpline mit der Nummer 988 wählte, konnte mit der Option „3“ direkt mit Berater:innen verbunden werden, welche sich explizit auf queere Anliegen spezialisiert haben. Einen Grossteil dieser Anrufe bewältigte das Trevor Project, welches seit fast 30 Jahren eine Expertise in der Suizidprävention von LGBTI+ Jugendlichen aufgebaut hat. Damit ist die Organisation absolut führend in diesem Bereich in den USA.

Im Juli des vergangenen Jahres schloss die Regierung Trump diesen Teil der Helpline kurzerhand, um in diesem Sommer anzukünden, dass man die LGBTI+ Helpline nun bis Ende Jahr doch wieder einführen werde. Doch es gibt einen markanten Unterschied: Trotz den enormen Erfahrungen seiner Mitarbeitenden, wird das Trevor Project bei der Neuauflage der queeren Helpline nicht berücksichtigt, sondern andere Organisationen.

Die Substance Abuse and Mental Health Services Administration, welche für die Helpline zuständig ist, erklärte bislang nicht, weshalb die Bewerbung des Trevor Projects abgelehnt wurde und es gibt auch keine Hinweise darauf, auf welchen Fakten und nach welchen Kriterien überhaupt die Bewertung vorgenommen wurden. Auch der Betreiber der Helpline, die Vibrant Emotional Health, machte keine Angaben zur Ablehnung.

Bekannt ist, dass man bereits bestehende und aktive Organisationen und Anbieter berücksichtigt hat. Aus diesem Grund könnte die Argumentation darin liegen, dass das Trevor Project seit Juli 2025 nicht mehr aktiv war, da damals die Option „3“ der 988-Helpline abgeschafft wurde. Sechs weitere Anbieter von damals blieben in der Zwischenzeit aktiv, da sie auch Hilfsleistungen anboten, welche sich nicht explizit auf die LGBTI+ Community beschränkte. Zwar haben die Verantwortlichen für die Auswahl bestätigt, dass diese Regeln nicht in Stein gemeisselt seien, doch das Trevor Project hat nun offiziell bestätigt, dass ihre Bewerbung abgelehnt wurde.

Dies könnte auch damit zu tun haben, dass das Trevor Project offen andere Ansichten vertritt als die aktuelle US-Regierung, insbesondere wenn es um Themen wie trans Jugendliche, Pubertätsblocker und ähnliche Themen geht. Gut möglich, dass somit der Kulturkampf, wie er in den USA insbesondere von den Republikanern unter Donald Trump und von MAGA bewirtschaftet wird, ebenfalls mit ein Entscheidungskriterium betreffend der künftigen Partnerschaften für die LGBTI+ Helpline war.

Wie wichtig das Trevor Project für die Option „3“ der Helpline war, belegen die Zahlen: So hatte die Organisation allein 2024 rund 231‘000 Notfallkontakte, was fast der Hälfte aller Kontaktaufnahmen mit der LGBTI+ Helpline entsprach. Das Trevor Project hat weiterhin eine eigene Helpline, doch mit der Nummer 1-866-488-7386 ist sie nicht so einfach zu merken wie die dreistellige nationale Nummer mit der 988. Doch das Trevor Project kann auch mittels Messages in den USA mit START an 678678 erreicht werden, oder über einen Online-Chat über die Webseite thetrevorproject.org/Get-Help.

Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:

Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch

Über die Webseite stophate.ch kannst Du zudem einfach online und in verschiedenen Sprachen Hate Crimes an die LGBTIQ Helpline, der offiziellen Meldestelle für queerfeindliche Hassverbrechen, melden.

Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer