USA: Die Midterms wurden zum blauen Tsunami und zur Rainbow Wave

USA: Die Midterms wurden zum blauen Tsunami und zur Rainbow Wave
Gerade für die LGBTI+ Community hing viel von den Midterms ab und erfreulicherweise kam es nicht nur zum „blauen Tsunami“ durch die grossen Sitzgewinne der Demokraten, sondern auch zur Rainbow Wave, da auch viele LGBTI+ Politiker:innen gewählt wurden. Hier ein queerer Überblick über die Midterms…

Den Demokraten ist es gelungen, sowohl das Repräsentantenhaus, wie auch den Senat zu ihren Gunsten zu gewinnen - und dies überraschend deutlich. Dies ist bislang erst vier Mal seit dem Zweiten Weltkrieg passiert. Weiter ist es der Partei auch gelungen einige Gouverneurssitze dazu zugewinnen. Auch für die LGBTI+ Community ist dieses klare Ergebnis ein grosser Sieg und sicherlich mit viel Hoffnung verbunden. Doch es ist nicht nur zu einem "blauen Tsunami" gekommen, sondern auch zu einer wahren Rainbow Wave, denn zahlreiche queere Politiker:innen haben ebenfalls die Wahl geschafft, in den US-Kongress, in die Parlamente der einzelnen Bundesstaaten oder auch als Gouverneurinnen.

Erstmals in der Geschichte der USA wurde ein offen schwuler Politiker in den US-Senat gewählt. Dieser historische Schritt schaffte der Demokrat Chris Pappas für den US-Bundesstaat New Hampshire. Er konnte sich deutlich gegen den früheren Senator und Abgeordneten der Republikaner, John Sununu, durchsetzen.

Trans Abgeordnete Sarah McBride schaffte ihre Wiederwahl ins US-Repräsentantenhaus. Sie ist damit weiterhin die einzige Abgeordnete für den Bundesstaat Delaware und sie konnte sich mit gutem Vorsprung gegen den republikanischen Abgeordneten Joseph Arminio durchsetzen. McBride war die erste, gewählte trans Person auf nationaler Ebene. Trotz heftiger Angriffe durch die Republikaner liess sie sich nicht entmutigen und sie zeigt sich weiterhin kämpferisch.

Weitere LGBTI+ Politiker:innen, die ihre Wiederwahl in den US-Kongress geschafft haben, sind Sharice Davids, welche erneut Kansas im Repräsentantenhaus in Washington DC vertritt, Ritchie Torres für New York, Mark Pocan für Wisconsin, Eric Sorensen für Illinois, Emily Randall für Washington, sowie Robert Garcia und Mark Takano für Kalifornien. Alle haben ihre Wiederwahl für die demokratische Partei geschafft.

Neu gewählt wurden zudem Jeremy Moss für Michigan, JoAnna Mendoza für Arizona, sowie Marni von Wilpert aus Kalifornien. Während Moss einen anderen Demokraten im US-Repräsentantenhaus ersetzt, so schafften es Mendoza und Von Wilpert sich gegen republikanische Politiker durchzusetzen und die Sitze somit neu für die Demokraten zu gewinnen.

Auf Ebene des Bundesstaats schafften gleich drei Kandidatinnen die Wahl als Gouverneurinnen: Maura Healey wurde für eine zweite Amtszeit zur Gouverneurin von Masschusetts gewählt. Sie wurde damals als eine der ersten offen lesbischen Gouverneurinnen der USA gewählt. Das gleiche gilt für Tina Kotek, welche ebenfalls für eine weitere Amtszeit bestätigt wurde, und zwar als Gouverneurin von Oregon.

Bentley Hudgins ist ebenfalls ein bemerkenswerter Sieg gelungen: Hudgins setzte sich gegen die Republikanerin Samantha Boston durch und wurde zur ersten trans und nonbinären Person im Repräsentantenhaus von Georgia. Und auch im Repräsentantenhaus von Delaware sitzt mit DeShanna Neal neu eine nonbinäre Person. Auch Zooey Zephyr schaffte eine triumphale Wiederwahl ins Haus von Montana: Die trans Abgeordnete wurde 2023 von den Republikanern aus dem Repräsentantenhaus verbannt und durch ihren Kampf zurück erhielt sie auch nationale Bekanntheit.

Malcolm Kenyatta wiederum schaffte seine Wiederwahl ins Haus von Pennsylvania, und auch Claire Snyder-Hall wurde für eine zweite Amtszeit ins Repräsentantenhaus von Delaware gewählt.