USA: Fast 200 Millionen Dollar für queerfeindliche Polit-Kampagnen
Wenn am Dienstag die Midterms, die Zwischenwahlen in den USA, stattfinden, dann entscheidet sich auch, wer künftig die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus hat. Während beide derzeit in den Händen der Republikaner sind, so sehen die Prognosen eine gute Chance, dass die Demokraten sowohl das Repräsentantenhaus und sogar den Senat für sich gewinnen können. Nicht zuletzt deshalb haben die Republikaner und insbesondere Trumps MAGA-Bewegung den Ton nochmals verschärft.
Insbesondere was queerfeindliche Kampagnen angeht hat die Partei ihren Wahlkampf nochmals massiv intensiviert. Dabei nehmen sie vor allem trans Menschen in den Fokus, verdrehen dabei auch Fakten und verbreiten Unwahrheiten. Ihr Ziel ist dabei klar: Dieses Thema eignet sich bestens um Aufmerksamkeit zu generieren und um von den wahren Problemen, wie etwa den hohen Lebenshaltungskosten oder dem Krieg im Iran, abzulenken.
Die Zahlen dazu präsentierte nun das Datenanalyseunternehmen AdImpact, welches die Ausgaben während dem Wahlkampf untersucht und in Relation zu den politischen Themen stellt. Dabei stellte sich heraus, dass die Republikaner bis zum 25. Oktober bereits rund 183 Millionen US-Dollar für Werbekampagnen ausgegeben haben, welche direkt auf trans Menschen abzielen. Dies ist eine enorme Steigerung, denn im gleichen Zeitraum waren es bei den Wahlen 2024 noch 151 Millionen US-Dollar. Bis zum tatsächlichen Wahltermin 2026 könnten es also gegen 200 Millionen US-Dollar werden.
Für besonders viel Kritik sorgt aber auch das Vorgehen der Republikaner: So nutzen sie mit KI verfälschtes Videomaterial mit welchem sie trans Menschen als Bedrohung darstellen, zudem unterstellen sie den Demokraten, dass sie diese fälschlicherweise unterstellten Taten gutheissen würden. So gibt es sogar Aussagen in den Clips, welche angebliche Misshandlungen von Frauen im Sport durch Männer thematisieren.
Mit Abstand am meisten Geld wird dabei für den Wahlkampf in Texas aufgewendet. Dort hat sich Trump hinter den absolut unbeliebten Ken Paxton als offiziellen Kandidaten der Republikaner gestellt und damit die Partei in arge Bedrängnis gebracht. Derzeit liegt der Kandidat der Demokraten, James Talarico, im Rennen vorne, und deshalb versuchen die Republikaner nun mit queerfeindlichen Werbekampagnen darauf aufmerksam zu machen, dass Talarico damals ein transfeindliches Gesetz abgelehnt hat.
Alleine 58 Millionen US-Dollar sollen so explizit in queerfeindliche Kampagnen im republikanischen Wahlkampf in Texas gegen Talarico geflossen sein. Weitere Bundesstaaten mit stark erhöhtem, transfeindlichen Werbebudget sind zudem Ohio, Kansas, South Carolina, Iowa und Mississippi. Doch auch in allen anderen US-Bundesstaaten wurden solche Werbekampagnen geschalten.
Laut AdImpact sind in ihren Untersuchungen aber nur tatsächlich bezahlte Werbekampagnen berücksichtigt worden. Nicht mit einbezogen wurden Kampagnen, welche über andere Kanäle laufen, etwa an Wahlkampfveranstaltungen oder Kundgebungen, mit welchen ebenfalls Stimmung gegen queere Menschen und dabei insbesondere gegen trans Personen gemacht wurde.