USA: LGBTI+ Organisationen klagen gegen geplante Warnhinweise vor queeren TV-Sendungen
Es war im April, als die US-amerikanische Bundesbehörde für Kommunikation, die Federal Communications Commission (FCC), Pläne veröffentlichte, wonach Fernsehsender künftig Inhaltswarnungen vor Programmen schalten müssen, in denen queere Inhalte oder Charaktere vorkommen. Dabei nahmen sie insbesondere Bezug auf trans und nonbinäre Menschen, sowie auf Themen rund um die Geschlechtsidentität.
Dieser Vorstoss passt zur aktuellen, äusserst queerfeindlichen Politik der Regierung Trump, welche immer wieder neue Versuche unternimmt um insbesondere die Rechte von trans Menschen einzuschränken. Zudem vertritt die Regierung auch klar die Position, dass es nur zwei Geschlechter gibt, nämlich weiblich und männlich, und dass dieses bereits bei der Geburt fest zugeordnet wird.
Gegen diese Ankündigung des FCC regt sich nun aber Widerstand: Insgesamt mehr als 40 Bürgerrechts- und LGBTI+ Organisationen haben sich zusammengeschlossen und eine gemeinsame Erklärung an die Bundesbehörde verfasst. Darin warnen sie davor, dass dieser Schritt queere, und dabei insbesondere trans und nonbinäre Menschen, stigmatisiere und zudem komme diese Massnahme einer staatlich auferlegten Zensur gleich. Die Darstellung von LGBTI+ Personen solle zudem nicht als gefährlich oder unangemessen behandelt werden, kritisieren sie weiter.
Diese Massnahme sei nicht nur unnötig, sondern auch kontraproduktiv und diskriminierend. Es werde damit gezielt eine politische Agenda gefördert, so die Organisationen weiter, welche eine Minderheit aus der öffentlichen Wahrnehmung ausschliessen wolle. Damit werde auch ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen, der historisch gesehen beunruhigende Implikationen schaffen würde.
Initiiert wurde diese Protestaktion von Advocates for Trans Equality, GLAAD, Human Rights Campaign, National Women’s Law Center Action Fund und von PFLAG National. Gemeinsam unterstreichen sie zudem in ihrem Schreiben, dass die Darstellung von queeren Menschen, insbesondere von trans und nicht-binären Personen, ins Fernsehprogramm gehören. Sie finden, dass alle Menschen, einschliesslich queere Jugendliche, es verdienen, durch die Medien repräsentiert zu werden, schreiben die Organisationen weiter.
Doch dem nicht genug: Die Unterzeichnenden werfen der FCC auch eine Überschreitung ihrer Kompetenzen vor, sollten sie an diesem Vorgaben tatsächlich festhalten. So heisst es etwa von GLAAD, dass diese Regierung wiederholt festzulegen versuche, was Amerikaner:innen im TV sehen dürfen und was nicht. Dieser staatliche Eingriff sei gefährlich und eine Bedrohung für die LGBTI+ Community und für die Demokratie.