USA: Minneapolis plant „Badehäuser“ für sexuelle Aktivitäten wieder zuzulassen

USA: Minneapolis plant „Badehäuser“ für sexuelle Aktivitäten wieder zuzulassen
Aufgrund der HIV/Aidskrise haben viele US-Städte Orte verboten, an welchen sich Menschen für sexuelle Aktivitäten getroffen haben. Dies galt insbesondere für sogenannte Bathhouses. San Francisco hat bereits 2021 neue Regeln vorgestellt, nach welchen diese „Badehäuser“ wieder öffnen könnten, und nun plant auch Minneapolis mitzuziehen.

Es war vor 38 Jahren als Minneapolis ein Verbot von jenen Orten einführte, wo sich Erwachsene für Sex treffen konnten, dabei nahmen sie vor allem sogenannte „Bathhouses“ ins Visier. Die wirtschaftlich massiven Einbussen aufgrund der Aidskrise kamen dem Verbot aber zuvor, und noch bevor das Gesetz in Kraft getreten ist, schloss mit dem 315 Health Club auch noch das letzte dieser Badehäuser, welche sich in erster Linie auf Männer konzentrierten, welche Sex mit Männern haben.

Diese Möglichkeit für anonyme sexuelle Aktivitäten galten damals in den frühen 80er Jahren als Haupttreiber für die Verbreitung von HIV/Aids. Dass diese Verbote von Bathhouses vielerorts noch bis heute in Kraft sind, wird von LGBTI+ Aktivist:innen massiv kritisiert, denn die Präventionsmassnahmen und auch Möglichkeiten wie PrEP rechtfertigen dies keinesfalls mehr. Vielmehr sehen sie den Grund darin, queere Treffpunkte noch immer kontrollieren zu können.

Dieses Verbot galt seit 1988 in Minneapolis, doch nun soll es gelockert werden, auch unter dem Gesichtspunkt, dass die queeren Treffpunkte wiederbelebt werden sollen. So lautet auch die Forderung des Stadtrats, der die Debatte neu angestossen hat, dass sichere, legale Orte für queeres Leben geschaffen werden sollen. Sie sollen eine Alternative zu den Dating Apps bilden und gleichzeitig das wieder steigende Bedürfnis nach realen Kontakten stillen.

Um ein solches Bathhouse zu betreiben, sollen nun neue Richtlinien ausgearbeitet werden. Diese sollen ebenso Präventionsmassnahmen betreffend sexuell übertragbarer Infektionen (STI) beinhalten, aber auch betreffend Sicherheits- und Hygienestandards. Auch der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, begrüsst eine eingehende Prüfung und eine spätere Umsetzung.

In bereits sechs grossen US-Städten gibt es solche Bathhouses, meist Gay Saunas, und es ist diesbezüglich zu keinen Problemen gekommen, wie auch die Behörden bestätigen. Aufgrund dieser Faktenlage will nun auch Minneapolis diesbezüglich vorwärts machen. In der Stadt hat sich dazu auch eine Safer Sex Spaces Coalition gebildet, welche sich öffentlich für dieses Anliegen einsetzt.

Bereits seit 2021 gibt es zudem ähnliche Bestrebungen in San Francisco: Auch dort arbeitet man daran, die entsprechenden Richtlinien auszuarbeiten. So sollen Sexarbeit in den Räumlichkeiten ebenso verboten sein wie das Ausschenken von Alkohol. Sichtlich angetrunkenen Personen soll zudem der Eintritt verweigert werden. Die Lokalitäten müssen den Kund:innen zudem Kondome, Gleitmittel und Handschuhe zur Verfügung stellen, wie auch Seife und Badetücher, sowie natürlich kaltes und heisses Wasser. Hinzukommen Präventionsmassnahmen wie etwa Plakate, welche über STIs aufklären, und dies in verschiedenen Sprachen, und auch das Personal soll entsprechend geschult werden.