WIRTSCHAFT: Outdoor-Brand Patagonia verklagt Drag Queen Pattie Gonia - auf 1 US-Dollar

WIRTSCHAFT: Outdoor-Brand Patagonia verklagt Drag Queen Pattie Gonia - auf 1 US-Dollar
Pattie Gonia gehört zu den einflussreichsten Drag Queens in den USA und sammelte alleine letztes Jahr weit über eine Million Dollar mit verschiedensten Outdoor-Aktivitäten für die Umwelt und für queere Anliegen. Doch nun liegt die Queen im Clinsch mit dem fast gleichklingenden Outdoor-Unternehmen Patagonia. Das Unternehmen hat Pattie Gonia nun auf 1 (!) symbolischen US-Dollar Schadenersatz verklagt.

Bereits seit vielen Jahren ist Pattie Gonia als Drag Queen tätig und hat sich damit einen Namen gemacht. Dies blieb natürlich auch dem Outdoor-Brand Patagonia nicht verborgen, welcher die Aktivitäten der Drag Queen mit Argus Augen beobachtete. Das Label ist dabei auch mehrfach an Pattie Gonia herangetreten um eine Einigung zu erzielen und um die Drag Queen aufzufordern, die Markenrechte und das geistige Eigentum von Patagonia zu schützen.

Wie das Unternehmen schreibt, habe man sich 2022 auch darauf geeinigt, dass die LGBTI+ Aktivistin die Marke Patagonia respektiere und ihren Drag Namen nur für ihren Aktivismus nutze und nicht für kommerzielle Zwecke. Nun habe Pattie Gonia aber versucht, ihren Namen als Marke anzumelden und damit verstosse sie gegen die ursprüngliche Abmachung. Man müsse als Unternehmen darauf bestehen, dass die Figur Pattie Gonia nicht kommerzialisiert werde, heisst es von Patagonia in Bezug auf die Markenrechtsverletzung weiter.

Da die Drag Queen offenbar auch noch damit begonnen hat, während ihren Aufführungen Merchandise von sich selber zu verkaufen, habe man nun eine Klage eingereicht. So soll auf Hoodies, TShirts und Aufklebern der Schriftzug "Pattie Gonia Hiking Club" stehen. Wie Patagonia nun weiter schreibt, fordere man mit der Klage einen symbolischen Dollar als Schadenersatz.

Das Unternehmen hält dabei weiter fest, dass man die Arbeit von Pattie Gonia weiterhin unterstütze und man weder gegen Kunst, noch gegen kreativen Ausdruck und gegen Äusserungen rund um die eigene Marke sei. Weiter wünsche man Pattie eine lange und erfolgreiche Karriere und dass sie weiter Fortschritte in so wichtigen Themen herbeiführen könne. Dies müsse aber auf eine Weise geschehen, die das geistige Eigentum von Patagonia schütze und es dem Unternehmen weiterhin ermögliche, die eigene Marke für den Verkauf der eigenen Produkte und für das eigene Engagement für die Umwelt zu nutzen, heisst es in einer Stellungnahme der Outdoorfirma weiter.

Man habe sich gewünscht, dies nie tun zu müssen, und habe während Jahren einen Dialog mit Pattie Gonia geführt. Nun sei es aber notwenig geworden, um die Marke zu schützen, welche man in den letzten 50 Jahren aufgebaut habe, so das Unternehmen weiter.

Wie es nun diesbezüglich weiter geht, ist offen: Pattie Gonia hat stets betont, dass sie niemals auf das Logo oder die Marke Bezug genommen habe und dies auch nie tun werde. Ihre Drag-Persona sei zudem von der südamerikanischen Region Patagonien inspiriert. Weiter erklärt die LGBTI+ Aktivistin, dass es genügend Platz für beide gebe.

Pattie Gonia setzt sich mit viel Engagement für den Umweltschutz und die Rechte von queeren Menschen ein und dies mit zunehmend grossem Erfolg. Als es um die Rechte der trans Community ging, enthüllte ihre Team im Mai des letzten Jahres eine riesige trans Fahne am berühmten Felsen des El Capitan im Yosemite National Park. Damit demonstrierte sie gegen die von der Regierung Trump veranlasste "Auslöschung der trans Community". Im vergangenen Dezember absolvierte sie zudem den 100-Mile-Trek in "Vollmontur" und sammelte so mehr als eine Million US-Dollar für Umweltorganisationen und für Diversity.

Patagonia wohl ebenfalls etwas sauer aufgestossen sein dürfte, dass Pattie Gonia im Frühling 2023 für eine Pride-Kollektion mit dem Konkurrenten North Face zusammengearbeitet hat.