GESUNDHEIT: Mehrere Dating Apps zu nutzen kann Angstzustände reduzieren
Es war eine breit angelegte Studie, welche am College of Human Sciences and Culture der Flinders University in Australien durchgeführt und nun in der Fachzeitschrift Psychology & Sexuality veröffentlicht wurde. Unter der Leitung von Zac Bowman wurden insgesamt 578 Männer im Alter zwischen 18 und 69 Jahren, bei einem Durchschnittsalter von 39 Jahren, über ihre mentale Gesundheit und ihr Userverhalten im Zusammenhang mit Dating Apps untersucht.
Wie Bowman erklärt, seien die Apps, welche explizit für schwule und bisexuelle Männer entwickelt wurden, komplett anders aufgebaut als die App „mit dem Wischen“, so etwa Tinder und Hinge. So sind Männer bei Apps wie Scruff und Grindr vermehrt unerwünschten und unangenehmen Nachrichten ausgesetzt und auch das Teilen von Bildern stellt ein Unterschied dar. Weiter stehen bei letzteren vor allem das Aussehen im Vordergrund. Dies hat einen Einfluss auf die mentale Gesundheit der User.
Queere Männer gehören zu den aktivsten Usern von Dating Apps, aber gleichzeitig sind sie auch die am gefährdetsten, was die psychische Gesundheit betrifft. Dabei zeigte die Studie nun, dass User, welche ausschliesslich jene Apps nutzen, welche praktisch ausschliesslich auf schwule und bisexuelle Männer zugeschnitten sind, ein deutlich höheres Risiko für Angstzustände haben als andere Nutzergruppen.
Während Scruff und Grindr eher als Apps für schnelle Sexdates gelten, so werden Tinder und Hinge eher mit Dating und Beziehungen in Verbindung gebracht. Wenn beide Arten von Dating Apps von Usern genutzt werden, dann kann damit das Risiko für Angstzustände deutlich gesenkt werden, zudem ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass man mit dem Ergebnis zufrieden ist.
Wie die Autor:innen der Studie rund um Zac Bowman erklären, habe ihre Studie einen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Dating Apps und der sexuellen Orientierung, sowie der psychischen Gesundheit und dem Wohlbefinden von Männern aufgezeigt. Entwickler von Apps könnten dies nun nutzen um den Fokus weniger auf das Aussehen und die sexuelle Objektivierung zu legen und entsprechende Schutzmassnahmen einzubauen.
Gleichzeitig betonen die Forschenden aber auch die Rolle der User auf den Plattformen, denn diese haben ebenfalls die Möglichkeit die Kultur dort zu verändern und zu verbessern.