TRAVEL: Welches sind die aktuell sichersten Reisedestinationen für Queers?
Politisch steht die Welt im Umbruch, auch betreffend der Rechte für queere Menschen. Dabei muss die rechtliche Lage nicht immer äquivalent mit der tatsächlich gefühlten Situation für LGBTI+ übereinstimmen. Weiter zeigte sich auch, dass sich nicht alle innerhalb der Community überall gleich sicher fühlen - so gibt es grössere Unterschiede etwa zwischen schwulen Männern und der trans Community. Diese Faktoren wurden nun erstmals auch in der LGBTQ+ Risk Map 2025 miteinbezogen, und zwar anhand von Befragungen von queeren Reisenden.
Die grösssten Fortschritte erzielten Länder wie Namibia und Domenica. In beiden Staaten wurden gleichgeschlechtliche Aktivitäten legalisiert. Auch Deutschland zeigt durch das Selbstbestimmungsgesetz eine positive Entwicklung, wie auch Thailand und Liechtenstein mit ihrer Einführung der Ehe für alle. Auch in Belgien, Tschechien, Portugal, Brasilien und Italien konnten positive Entwicklungen festgestellt werden.
Auf das Podest der sichersten Destinationen für LGBTI+ Reisende schafften es Malta, Island und die Niederlande. Kanada auf Platz 4 und Uruguay auf der 8 sind zudem die einzigen nicht europäischen Länder in den Top-10. Auf der 4 konnte sich Spanien platzieren, gefolgt von Norwegen und Dänemark. Deutschland auf der 9 und Andorra auf der 10 schliessen die Top-10 ab.
Rückschläge gab es in den kaum touristischen Staaten Mali und Irak, in welchen Gesetze gegen Homosexualität eingeführt wurden, aber auch auf den Karibikinseln Trinidad und Tobago, wo Homosexualität erst legalisiert und dann per Gerichtsentscheidung erneut kriminalisiert wurde. Auch in Georgien hat sich die Situation für queere Menschen zudem stark verschlechtert. Die USA sind auf der Karte zudem nur noch orange vermerkt und damit in Bezug auf die Sicherheit abgestiegen. Etwa durch Pride-Verbote oder einschränkende Gesetzgebungen verzeichneten auch Ungarn und Bulgarien Rückschritte.

Die für queere Menschen schlimmsten Länder sind der Iran, Saudi Arabien, Somalia, der Jemen, Uganda und Afghanistan. Überraschend folgen bereits auf Platz 7 die Vereinigten Arabischen Emirate, obwohl diese eher eine pragmatische Politik verfolgen. Obwohl harte Strafen für gleichgeschlechtliche Handlungen gelten, werden queere Reisende mehrheitlich in Ruhe gelassen, wenn sie sich aus Sicht des Landes „anständig“ verhalten. Mit Tansania und Malaysia kommen danach zwei weitere, beliebte Tourismusdestinationen. Pakistan schliesst die Top-10 der queerfeindlichsten Länder ab.
In einigen Teilen der Welt ändert sich die Sicherheitslage für LGBTI+ derzeit in einem atemberaubenden Tempo. Viele queere Menschen leben heute selbstbewusster und offener, doch dies kann auch mit Konsequenzen und Risiken verbunden sein. Dabei hängt es nicht mal nur mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen zusammen, sondern wie sicher sich LGBTI+ in anderen Ländern tatsächlich im Alltag bewegen können.
Darauf reagieren insbesondere jüngere Reisende: Während ältere Generationen mit Diskrimierungen aufgewachsen sind, zeigen sie sich auch auf Reisen mehr gewillt, sich den gegebenen Umständen während ihren Ferien anzupassen. Jüngere Reisende, insbesondere aus westlichen Ländern, reagieren empfindlicher darauf, wenn es gilt, dass sie sich einschränken sollten.
Für die LGBTQ+ Risk Map 2025 haben sich die ITB Berlin, Diversity Tourism und A3M Global Monitoring zusammengetan. Die ITB Berlin ist die weltweit wichtigste Messe für Reiseunternehmen und Tourismus, Diversity Tourism wiederum ist eine Marketingagentur und Beratungsfirma für LGBTI+ Reisen, und A3M Global Monitoring ist eine Firma, welche sich auf die Sicherheitslage weltweit spezialisiert hat. Gemeinsam haben sie auch in diesem Jahr wieder die LGBTQ+ Risk Map 2025 ausgearbeitet. Neu ist diesmal aber, dass erstmals auch die tatsächliche Bewertung von queeren Reisenden mit eingeflossen sind. Dazu wurden ihnen 16 Fragen gestellt, welche von der allgemeinen Akzeptanz über die Gesundheitsversorgung, das öffentliche Zeigen von Zuneigung bis hin zu Behördengängen handelten.
Den ausführlichen Bericht zur LGBTI+ Risk Map 2025 findest Du hier.