TRAVEL: Welches sind die LGBTI+ freundlichsten Reisedestinationen 2026?
Die Welt befindet sich im Umbruch, und dies zeigt sich auch in Bezug auf die Rechte queerer Menschen. Im jährlichen Gay Travel Index von Spartacus schlägt sich dies mit Punktverlusten nieder, welche sich auch bereits in einigen westlichen Ländern abzeichnen. Andere Länder wiederum schaffen teils grosse Sprünge nach vorne, weil sie die rechtliche Situation für LGBTI+ verbessert haben.
An der Spitze des Travel Index kam es in diesem Jahr zu leichten Veränderung: Island ist neu alleine an der Spitze, Malta und Spanien fielen auf den zweiten Platz zurück, und Kanada und Portugal gar auf Platz 4. Sie alle teilten sich im vergangenen Jahr noch die Spitzenposition. Ebenfalls auf Platz 4 befinden sich zudem Deutschland und Belgien.
Die Schweiz befindet sich, wie bereits im vergangenen Jahr auf Platz 8, zusammen mit Neuseeland und Norwegen. Dabei könnte sich die Schweiz insbesondere in Bezug auf die Rechte für inter Menschen, sowie auf das dritte Geschlecht noch verbessern. Von unseren weiteren Nachbarländern befindet sich Frankreich auf Platz 11, und mit sehr grossem Abstand folgen Liechtenstein auf der 56 und Italien gar auf der 59.
Da die gesellschaftliche Akzeptanz ebenfalls in die Bewertung miteinfliesst und nicht nur das festgeschriebene Recht, so gerieten auch einige westliche Staaten unter Druck. So verloren deshalb unter anderem Australien, Dänemark und Kanada, welche eigentlich für ihre Vorreiterrolle bekannt sind. Zu den grössten Aufsteigern 2026 zählen Polen und Nepal. So stieg Polen insbesondere aufgrund rechtlicher Verbesserungen von der 118 auf Platz 59. Nepal wiederum stieg von der 32 auf die 21, und dies unter anderem wegen der Self-ID für trans Menschen, sowie wegen der grösser werdenden Toleranz innerhalb der Bevölkerung.
Die USA mit ihren 50 Bundesstaaten und der Hauptstadtregion Washington DC ist ein Sonderfall und zeigt sich tiefgespalten: Von sehr liberalen Bundesstaaten wie New York, Kalifornien, Nevada und Washington State, reicht es bis hin zu sehr konservativen Staaten wie Arkansas, Oklahoma und Tennessee. Dabei driften die Pole immer weiter auseinander, was die feindliche Rhetorik zusätzlich befeuert. Hinzukommt, dass freundliche und feindliche Bundesstaaten manchmal sogar aneinander grenzen und für queere Menschen ganz andere Lebensumstände bieten.
Den Abschluss des Gay Travel Index 2026 machen auch in diesem Jahr wieder die bekannten Staaten, wobei die Vereinigten Arabischen Emirate überraschen. Trotz der vierttiefsten Bewertung unter allen Staaten sind sie auch bei queeren Tourist:innen doch recht hoch im Kurs. Auf dem drittletzten Platz befindet sich zudem Saudi Arabien, jenes Land, in welchem 2034 die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft stattfinden wird. Weitere Länder, welche das Schlusslicht bilden sind Jemen, der Iran, Afghanistan und Tschetschenien.
Während Europa die obersten 4 Plätze inne hat, so folgt mit Kanada, ebenfalls auf Platz 4, das erste Land in Nordamerika. Neuseeland auf Platz 8 ist das Erste in Ozeanien und auf Platz 11 folgen mit Chile und Uruguay die ersten Länder in Südamerika. Das erste Land in Asien ist wenig überraschend Taiwan auf der 28.
Der Spartacus Gay Travel Index wird jedes Jahr aktualisiert veröffentlicht und informiert Reisende über die Situation für LGBTI+ Menschen in insgesamt 217 Ländern und Regionen. Dabei werden die Bewertungskriterien laufend verfeinert um damit nicht zuletzt auch einem grösseren Spektrum der Community gerecht zu werden. Mit an Bord beim Travel Index ist zudem Travel Proud, eine Initiative von Booking.com für queere Reisende.
Die gesamte Auswertung findest Du hier. Interaktive Karten über die Entwicklung in den vergangenen Jahren findest Du zudem hier.