BELGIEN: Drei Künstler:innen nach der Brussels Pride angegriffen
Die aus dem Libanon stammende Drag Queen Diva Beirut hatte während der Brussels Pride am Nachmittag einen Auftritt, als sie danach mit ihren Freund:innen Sherine Falasteen und Anira Orlando zum Auto liefen, wurden sie von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen. Via Social Media erzählte Diva Beirut, dass sie verbal beleidigt, zu Boden gestossen und geschlagen wurde. Während der Auseinandersetzung sei sogar ein Velo nach ihnen geworfen worden.
Die Veranstaltenden der Brussels Pride zeigten sich schockiert und verurteilten die Tat. Niemand sollte Angst haben müssen, für das was sie:er ist, wen er:sie liebt oder wie sie:er sich ausdrücken. Sichtbarkeit dürfe niemals auf Kosten der eigenen Sicherheit gehen, schreiben sie weiter. Dieser Vorfall unterstreiche einmal mehr, wie wichtig die Pride noch immer ist. Die Künstler:innen und die gesamte LGBTI+ Community habe ihre volle Solidarität, denn Hass dürfe in dieser Stadt keinen Platz haben.
Sowohl die Veranstaltenden der Brussels Pride, wie auch die Behörden selber riefen Diva Beirut zudem dazu auf, unbedingt Anzeige bei den Behörden einzureichen. Nur so können Ermittlungen aufgenommen werden.
Wie Diva Beirut in ihrem Social Media-Post erklärt, sollen die mutmasslichen Täter etwa 14 Jahre alt gewesen sein. Durch den Vorfall stelle sie immer mehr in Frage, wo überall queere Menschen in Gefahr geraten können. Gewalt und Anfeindungen können überall auf der Welt vorkommen und nicht nur in Ländern, die für LGBTI+ allgemein als unsicher gelten.
An vielen Orten nimmt queerfeindliche Gewalt derzeit stark zu, und zwar selbst in jenen Städten, welche bislang eigentlich als sicher galten. Dies zeigt, dass der Schutz der LGBTI+ Community unbedingt verbessert werden muss, insbesondere auch im Umfeld von Pride-Veranstaltungen.
Oftmals schockiert zudem auch das Alter der Täter, welche nicht selten noch minderjährig sind. Erst im März mussten sich drei zur Tatzeit noch minderjährige mutmassliche Täter wegen Mordes vor Gericht verantworten. Sie lockten ihr Opfer mittels Grindr in einen Park, misshandelten den Mann aufs brutalste sodass er schliesslich an seinen schweren Verletzungen erlag. Ein Teil der mutmasslichen Täter wurde nun zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt.
Brauchst Du Hilfe und möchtest Du mit jemandem sprechen? Hier findest Du Hilfe:
Die Schweizer LGBT+ Helpline steht Dir unter der Nummer 0800 133 133 kostenlos zur Verfügung. Mehr Infos: lgbt-helpline.ch
Über die Webseite stophate.ch kannst Du zudem einfach online und in verschiedenen Sprachen Hate Crimes an die LGBTIQ Helpline, der offiziellen Meldestelle für queerfeindliche Hassverbrechen, melden.
Weitere Information erhältst Du auch unter:
Du-bist-du.ch: Beratung und Information
Milchjugend: Übersicht über queere Jugendgruppen
Transgender Network Switzerland: Dachorganisation für trans Menschen
LOS: Lesbenorganisation Schweiz
Pink Cross: Dachorganisation schwuler und bisexueller Männer